Finanzkontrolle : Briten und Franzosen kürzen Boni

Banker sollen für Verluste nicht belohnt werden - das will Großbritanniens Finanzminister Darling mit einer Untersuchung der Banken erreichen. Die Royal Bank of Scotland hatte mit Bonuszahlungen nach Milliardenverlusten für Empörung gesorgt.

London/ParisMit einer unabhängigen Sonderuntersuchung will Großbritannien das Management der angeschlagenen Banken auf den Prüfstand stellen. Dabei sollen auch die umstrittenen Bonuszahlungen unter die Lupe genommen werden, kündigte Finanzminister Alistair Darling an. Es solle auch untersucht werden, wie Banker mit finanziellen Anreizen zu risikoreichen Geschäften verleitet würden. „Es ist nicht falsch, wenn Boni für Erfolg gezahlt werden. Aber es ist alles falsch daran, Boni für Versagen zu zahlen“, sagte der Schatzkanzler am Sonntag. Er verstehe, dass die Menschen über die Maßlosigkeit bei Banken-Boni verärgert seien. Details der Untersuchung sollen in den nächsten Tagen bekannt gegeben werden.

Die mit Steuermitteln teilverstaatlichte Royal Bank of Scotland (RBS) hatte angekündigt, ihren 177.000 Mitarbeitern Boni in einer Gesamthöhe von einer Milliarde Pfund (1,14 Milliarden Euro) auszuschütten. Auch von anderen Großbanken wird erwartet, dass sie in den nächsten Tagen ihre Bonus-Pläne veröffentlichen. Die RBS-Pläne waren auf harsche Kritik gestoßen, weil die Bank im Januar für das Jahr 2008 einen Rekordverlust von 28 Milliarden Pfund angekündigt hatte.

Die französischen Großbanken haben mit dem Staat und der Börsenaufsicht ein „Ethikabkommen“ erarbeitet, das den Superboni für Aktienhändler ein Ende setzen soll. Einige Spitzenhändler haben bisher zusätzlich zum Gehalt mehr als zehn Millionen Euro Prämien kassiert. Die neuen Regeln sollen ab diesem Jahr gelten, berichtet die Zeitung „Le Monde“. Das Wirtschaftsministerium müsse dem Abkommen noch zustimmen. Erfolgsprämien sollen künftig einen bestimmten Anteil des Festgehaltes nicht überschreiten dürfen. dpa

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