Finanzmarktkrise : Bundesbank sieht Aufschwung nicht in Gefahr

In ihrem Monatsbericht bestätigt die Bundesbank dem deutschen Wirtschaftswachstum zuverlässige Stabilität. Die Auswirkungen der US-Hypothekenkrise seien kein Grund, die Prognose nach unten zu korrigieren.

Frankfurt/MainDie Aussichten für die deutsche Wirtschaft bleiben nach Einschätzung der Deutschen Bundesbank trotz der Turbulenzen an den Finanzmärkten gut. Darauf ließen die Auftragslage, die gute Stimmung in den Unternehmen und der boomende Export schließen, schrieb die Notenbank in ihrem Monatsbericht. "Insgesamt sprechen die Daten für eine Fortsetzung der positiven Grundrichtung." Die Entwicklungen an den Finanzmärkten infolge der US-Hypothekenkrise seien "aus heutiger Sicht kein Anlass, diese Einschätzung grundlegend zu korrigieren". Die meisten Ökonomen erwarten in diesem Jahr rund 2,5 Prozent Wirtschaftswachstum.

Wegen der starken Nachfrage aus dem Ausland würden die deutschen Ausfuhren in diesem Jahr weiter wachsen, so die Bundesbank. Der starke Euro beeinträchtige das Bild kaum. Die Mehrwertsteuererhöhung zum Jahresbeginn bremse zwar immer noch den privaten Verbrauch, jedoch lasse dieser Effekt langsam nach. Das zeige sich an der gestiegenen Nachfrage nach Autos und den besseren Zahlen des Einzelhandels. Die Konsumausgaben "dürften in den kommenden Monaten von der verbesserten Arbeitsmarktsituation" profitieren.

Turbulenzen sind "Ausdruck einer Neubewertung"

Die jüngsten Einbrüche an den internationalen Finanzmärkten stellen nach Ansicht der Währungshüter zwar ein Risiko für die Weltkonjunktur dar, allerdings seien die Perspektiven auch für die weltwirtschaftliche Entwicklung weiterhin günstig. Gefahren gehen laut Bundesbank von steigenden Ölpreisen aus.

Die Turbulenzen seien vor allem "Ausdruck einer Neubewertung von Risiken in Marktsegmenten, die zuvor durch überdurchschnittliche Zuwächse gekennzeichnet waren". Die Anpassung stelle "eine willkommene Normalisierung" dar, wenngleich sie "recht abrupt" verlaufen sei. In einigen Segmenten sei es zu "ausgeprägter Nervosität und Überreaktionen" gekommen. Die entsprechenden Entwicklungen müssten daher aufmerksam beobachtet werden. (mit dpa)

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