FINANZTRANSAKTIONSSTEUER : Nachteil für Riester-Sparer und Fondsanleger

Frankreich führt eine

Finanzmarkttransaktionssteuer ein, und auch im

Euroraum wird darüber diskutiert. Das Ziel: Der hochspekulative Hochfrequenzhandel und riskante Börsengeschäfte sollen eingedämmt werden, also zentrale Auslöser der Banken- und Finanzkrise. Im Gespräch ist eine Besteuerung aller Transaktionen von 0,1 Prozent. Kritiker geben zu bedenken, dass die Steuer vor allem private Fondskäufer treffen würde. Gerade wertsichernde Investments wie Dach- und Garantiefonds sowie vor allem Riester-Papiere würden dann zur Kasse gebeten, rügt der Fondsverband BVI. Der Grund: Die vom Staat vorgeschriebene Kapitalgarantie zwinge die Manager dieser Papiere zu häufigen Käufen und Verkäufen, denn die Portfolien müssten laufend der Marktlage angepasst werden. Union Investment, Fondstochter der Volks- und Raiffeisenbanken, hat ausgerechnet, dass Riester-Sparer mit dem Uni-Global-Fonds bei einer monatlichen Sparrate von 100 Euro über 40 Jahre mit einer zusätzlichen Steuerlast von bis zu 14 000 Euro zu rechnen hätten. Die Überschüsse von knapp zwölf Jahren würden somit von Steuern aufgefressen. Am Ende blieben dem Sparer (bei einer Rendite von fünf Prozent pro Jahr) nur 134 652 statt 148 856 Euro. Auch reine Zu- und Abflüsse in Fonds wären laut BVI bereits steuerpflichtig, da jeder Fonds bei veränderter Liquidität sein Portfolio anpassen müsse. „Dies fördert die Investmentkultur nicht gerade“, heißt es bei der Ratingagentur Morningstar. Auch der Bund der Steuerzahler sieht die Steuer kritisch, da sie nicht zwischen erwünschten und unerwünschten Transaktionen unterscheide. So werde auch ein Anleger zur Kasse gebeten, der sich von einem Verlustbringer im Depot trenne. moc

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