Fitness-Branche : Gegen den inneren Schweinehund

Die deutsche Fitness-Branche vermeldet einen Kundenrekord - und erwartet weiteres Wachstum.

Die Lust an Fitness beschert den Studios kräftige Mitgliederzuwächse: Die Branche hat erstmals die Marke von sieben Millionen Kunden übertroffen. „Die Fitnessclubs zählen damit statistisch erstmals mehr Mitglieder als der größte deutsche Sportverband, der DFB“, heißt es in einer Studie des Prüfungs- und Beratungsunternehmens Deloitte und dem Arbeitgeberverband Fitness- und Gesundheits-Anlagen (DSSV).

Zulegen konnten 2010 vor allem die Ketten wie McFit, Fitness First oder Injoy: Zusammengenommen verfügen sie erstmals über mehr als 40 Prozent der Mitglieder. Erfolgreichstes Marktsegment ist der Discountbereich mit zwei Millionen Kunden. Einen wesentlichen Anteil daran hat Marktführer McFit mit 975 000 Mitgliedern europaweit.

„Das Wachstum der Günstig-Konzepte ist zulasten des mittleren Bereichs gegangen, während die Premiumanbieter am oberen Ende der Preisspanne ihre Marktanteile behaupten können“, heißt es in der Studie. Der durchschnittliche Bruttomonatsbeitrag für eine Standardmitgliedschaft liegt bei 46,90 Euro. Dagegen zahlten Mitglieder bei Discountern im Schnitt 20,10 Euro, ermittelte Deloitte. Für eine „Premium-Mitgliedschaft“ fallen im Schnitt 71,20 Euro an. 52 Prozent der Kunden sind weiblich, rund 73 Prozent der Aktiven jünger als 49.

Als weiteren Trend nennt die Studie Fitness nur für Frauen: Der Anbieter Mrs. Sporty habe die Zahl seiner Studios 2010 von 310 auf über 370 gesteigert, hier absolvierten 123 000 Frauen Zirkeltraining an Geräten.

Die rund 6000 größeren Clubs steigerten ihre Kundenzahl auf 7,05 Millionen – rund eine halbe Million mehr als im Vorjahr. Rechnet man dann noch die rund 1000 Anbieter mit kleinen Studios hinzu, kommt Deloitte auf 7,31 Millionen Fitnessclub-Mitglieder – 8,9 Prozent der Bevölkerung. Zum Vergleich: 2005 hatten knapp nur mehr als fünf Millionen Menschen eine Fitnessclub-Mitgliedschaft.

Die 7114 Clubs erwirtschaften 2010 Milliardenbeträge: Der Bruttobranchenumsatz lag bei 3,9 Milliarden Euro. Und laut Deloitte wird weiter Wachstum erwartet: Mehr als 70 Prozent der Einzelbetriebe und zwei Drittel der Ketten gehen dieses Jahr von Verbesserungen aus. Begründet wird dies mit weiterem Mitgliedswachstum bei konstanten oder leicht steigenden Beiträgen. dpa

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