Wirtschaft : Flucht in den Dollar könnte ein teurer Fehlgriff werden

RUDOLF DUSNY

Die Alternative Gold bringt keine Zinsen / Anlagetip für Euro-Skeptiker: Anleihen mit WährungsabsicherungVON RUDOLF DUSNYImmer wieder wird die Frage gestellt, wie sinnvoll es angesichts der Einführung des Euro ist, große Teile des Ersparten in Gold zu investieren, in Schweizer Franken zu flüchten oder dem Dollar den Vorrang zu geben.Für mich sind diese Möglichkeiten keine Alternative im großen Stil.Inflationsgefahren sind nicht zu erkennen und Gold bringt keine Zinsen.Zudem stellt sich die Frage, was aus den Goldreserven der Notenbanken wird.Wieviel davon erhält die Europäische Zentralbank und werden die Restbestände am Markt möglicherweise verkauft? Gemessen am Dollar verlor das Gold von Anfang 1997 bis 1998 etwa 20 Prozent seines Wertes. Auch der Dollar könnte sich als teurer Fehlgriff erweisen, wenn der Euro - wie es angesichts der Stabilitätserfolge der künftigen Mitgliedsländer zu erwarten ist - eine feste Währung wird.Vor allem die steigende Bedeutung des Euro als Währungsreserve weltweit und das Hineinwachsen europäischer Finanzmärkte in amerikanische Größenordnungen werden einen im Vergleich zum Dollar stabilen Euro unterstützen.Um auf der sicheren Seite zu sein, empfiehlt sich deshalb eher eine Beimischung von Dollaranlagen entweder direkt über US-Dollar Stufenzinsanleihen oder über den Kauf eines gemischten Fonds, wie des ADIG-EuroExpert, bei dem ein Teil der Rentenanlagen in Dollar gehalten wird.Eine Alternative sind auch Währungsanleihen mit dem Wahlrecht bei der Rückzahlung. Anlagen in Schweizer Franken haben den Nachteil einer sehr geringen Verzinsung.Derzeit rentieren Zehnjahrespapiere nur bei 2,9 Prozent.Zudem dürfte die Schweiz massiven Kapitalzuflüssen und der damit verbundenen Aufwertung des Franken entgegenwirken, um nicht die Konkurrenzfähigkeit ihrer Exportwirtschaft zu gefährden. Auch die Immobilie sehe ich nicht als alleinige Alternative, wenn sich auch Immobilien angesichts niedriger Kreditzinsen und gesunkener Preise für Baugrundstücke und Eigentumswohnungen im Hinblick auf die Altersvorsorge, als Anlage anbieten. Anlagementalität und Risikobereitschaft sind in der Bevölkerung recht unterschiedlich ausgeprägt.Die Kreditinstitute haben sich bei der Entwicklung neuer Anlageprodukte darauf eingestellt.Für denjenigen, der den Euro-Währungsraum grundsätzlich als Wachstumsmarkt sieht, ohne alles auf eine Karte setzen zu wollen, bieten sich neben deutschen Rentenwerten vor allem Aktien europäischer Spitzenunternehmen an.Das europäische Börsenklima bleibt trotz der starken Kurssteigerungen weiterhin vielversprechend.Hierzu trägt im wesentlichen die Kombination aus niedrigen Zinsen, günstigem Währungsumfeld sowie einer aufwärts gerichteten Konjunktur bei ruhigem Preisklima bei.Für private Anleger ist beispielsweise der ADIG-Aktienfonds EuropaVision eine empfehlenswerte Anlage.Das Fondsvermögen wird überwiegend in Aktien europäischer Spitzenunternehmen investiert.Da sie zudem seit langem europaweit operieren, werden sie umso mehr von der Liberalisierung der Märkte und vom Wegfall der Kurssicherungskosten profitieren. Für Anleger, die dem Euro eher neutral oder unsicher gegenüberstehen, bietet sich der von der ADIG-Investmentgesellschaft neu aufgelegte Fonds EuroExpert an.Hierbei handelt es sich um einen gemischten Fonds, dessen Anlagevermögen sich derzeit zu etwa 40 Prozent aus Rentenwerten und zu 60 Prozent aus Aktien zusammensetzt.Für den Aktienanteil liegt der Anlageschwerpunkt auf exportorientierten Großunternehmen, die als Gewinner der EWU gelten.Bei den festverzinslichen Papieren wird er eine Mischung zwischen einer eher defensiven Anlage in DM-Werten und in Währungen der wahrscheinlichen EWU-Teilnehmerstaaten wie Lira oder Peseta gegenüber DM-Titeln aufweisen.Um auch gegen eventuelle Turbulenzen im Vorfeld des Euro gewappnet zu sein, werden zudem festverzinsliche Werte in Nicht-Euro-Währungen wie Pfund Sterling beigemischt. Euroskeptiker, die nicht an den Erfolg der Stabilitätspolitik innerhalb der Europäischen Währungsunion glauben und somit tendenziell einen schwächeren Euro befürchtet, werden großen Wert auf Substanzerhaltung legen.Geeignete Anlageformen sind dann etwa Immobilienfonds-Anteile, Dollar-Anleihen oder Anleihen mit Dollar-Anbindung, die durch Währungsgewinne eine zusätzliche Renditeverbesserung versprechen.Hier empfiehlt sich die COWA S2-Währungsanleihe, eine vierjährige DM-Inhaberschuldverschreibung der Commerzbank International S.A., Luxemburg, mit Fälligkeit zum 5.März 2001.Der Clou dabei ist eine an den US-Dollar gekoppelte Währungsabsicherung für den Euro.Die Rückzahlung der Anleihe erfolgt auf Grundlage der Währung, die eine bessere Wertentwicklung aufweist.Dabei wird ein fester Referenzkurs von 1,7544 DM je Dollar zugrundegelegt.Steigt der Dollar über diesen Kurs, erhält der Anleger den vorteilhafteren Dollar-Gegenwert gutgeschrieben.Liegt die amerikanische Währung am Laufzeitende unter dem Referenzkurs, erfolgt die Rückzahlung zum Nominalbetrag von 1000 DM, ausgedrückt in Euro. Der Autor ist Leiter der Abteilung Private Kunden der Commerzbank Filiale Berlin

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