Wirtschaft : Flughäfen rechnen sich nicht Nur fünf von 22 Airports erwarten 2013 Gewinn

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Berlin - Die Sparprogramme der Fluggesellschaften und die 2011 eingeführte Luftverkehrsabgabe dürfte sich auch bei den Flughäfen negativ bemerkbar machen. Zwar hatten in den vergangenen Tagen einige größere Airports wie Frankfurt, München oder Berlin-Tegel Passagierrekorde für das abgelaufene Jahr gemeldet. Für das laufende Jahr rechnen die 22 internationalen Flughäfen hierzulande im Schnitt aber lediglich mit einem leichten Passagierwachstum von 0,4 Prozent, wie ihr Verband ADV am Dienstag mitteilte. Das sei der schlechteste Wert sei dem Einbruch im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise 2009, hieß es.

Als Grund für die schwache Verkehrsentwicklung führte der ADV die schwache Konjunktur im Zuge der Euro-Krise, die hohen Kerosinpreise und die Luftverkehrssteuer an. Für die Luftfracht sagt der Verband für 2013 ein Plus von einem Prozent voraus. „Der intensive Wettbewerb im globalen und preissensiblen Luftverkehrsmarkt führt zu breiten Streichungen von Flugzielen“, sagte ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel. Er erwarte, dass der Wachstumsrückgang im Passagiergeschäft vor allem Flughäfen mit einem hohen Anteil von Billigfliegern trifft. Passagierzahlen sind das eine, wirtschaftlicher Betrieb das andere: Lediglich fünf der 22 Flughäfen würden in diesem Jahr mit einem Nettogewinn rechnen, ergab die ADV-Umfrage.

Zumindest von der Bundesregierung können Airlines und Airports keine Hilfe erwarten. So stellte eine Sprecherin des Bundesfinanzministeriums am Dienstag auf Tagesspiegel-Anfrage klar: „An der Luftverkehrsteuer wird festgehalten.“ Sie verwies auf positive Verkehrszahlen von 2011 und dem ersten Halbjahr 2012. Somit wird der Bund auch weiter jährlich eine Milliarde Euro bei Passagieren einsammeln, was Ticketpreise zusätzlich erhöht. Kevin P. Hoffmann

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