Wirtschaft : Fonds helfen Einsteigern aufs Parkett

PETER HEIN

Viele Anleger haben oftmals nur nebulöse Vorstellungen, wenn es darum geht, ein paar tausend Mark neu anzulegen.Rentabel, aber gleichzeitig auch sicher soll die Anlage sein, dazu soll sie nach Möglichkeit schnell verfügbar sein und viel kosten darf es natürlich auch nicht.Investmentfonds sind in diesen Fällen häufig die richtige Anlagealternative.Dabei wird der Anleger Miteigentümer an einem großen Vermögen, das - je nach Anlageschwerpunkt - von einem professionellen Manager auf viele verschiedene Aktien, Rentenpapiere oder Immobilien verteilt wird.Diese Streuung senkt das Risiko von Kurseinbrüchen, ohne jedoch die Renditechancen zu stark zu beeinträchtigen.Da die Anteile in der Regel börsentäglich zurückgegeben werden können, kommt der Fondsanleger schnell an sein Geld.

Mit dieser allgemeinen Aussage ist es dann aber auch schon getan, denn aus den mehr als 2500 hierzulande offiziell zum Vertrieb zugelassenen Fonds - die Mehrzahl Aktienfonds - denjenigen Anteil zu finden, der am besten zu den eigenen Anlagebedürfnissen paßt, ist eine Wissenschaft für sich.Grundsätzlich hat jeder Fonds seine eigene Anlagephilosophie, so daß selbst Fonds eines Typs eventuell kaum miteinander vergleichbar sind.Als Faustregel gilt: Je breiter die Anlagepolitik des Fonds, desto eher ist er für Neueinsteiger geeignet.

Viele Anleger brauchen allerdings fremde Hilfe, um sich im Fondsdschungel zunächst einmal zurechtzufinden.Nicht selten führt dabei der erste Weg zum Anlageberater der eigenen Hausbank.Der allerdings wird nicht die gesamte Palette an Investmentfonds anbieten und erklären.Fast jede Bank oder Institutsgruppe hat schließlich ihre eigene Fondsgesellschaft.Und deren "Hausprodukte" werden natürlich zuerst angeboten.Natürlich muß die Hausbank nicht die einzige Informationsquelle sein.Einschlägige Finanzmagazine oder auch das Internet bieten mittlerweile eine Fülle von Informationen rund um die Fondsanlage.Beliebt sind dabei "Hitparaden", mit denen die angeblich besten Fonds einer bestimmten Gattung gekürt werden.Doch der Aussagewert dieser Ranglisten ist zweifelhaft, weil sie in der Regel auf Basis von Anlageergebnissen erstellt werden, die in der Vergangenheit erzielt worden sind.Für ein zukünftig gutes Abschneiden bieten sie keine Gewähr.

Ist die Kaufentscheidung für einen bestimmten Fonds dann endlich gefallen, geht es zum ersten Mal ans Kassieren.Mit dem Kauf wird ein einmaliger Ausgabeaufschlag fällig, dessen Höhe abhängig ist vom jeweiligen Fondstyp.Bei Rentenfonds werden üblicherweise drei, bei Immobilien- und Aktienfonds in der Regel zwischen fünf und sechs Prozent verlangt.Das sind die offiziellen Zahlen.Viele Anlageberater lassen aber über die Höhe des Ausgabeaufschlags mit sich verhandeln - zumindest wenn es um größere Anlagesummen ab etwa 100 000 DM geht.

Wer nicht der Typ zum Feilschen ist, kann auf einen der zahlreichen Discountbroker ausweichen.Die bieten ganz offiziell Nachlässe auf den Ausgabeaufschlag von teilweise bis zu 100 Prozent.Wie viele und welche Fonds dabei mit Nachlaß verkauft werden, hängt vom jeweiligen Discounter ab.Freilich bietet keines der Institute eine Beratung an.Ganz ohne Haken ist aber auch das Angebot der Discounter nicht.Bei den Depotgebühren schlagen sie teilweise kräftiger zu als die Filialbanken.Hier wiederum kann der Anleger sparen, wenn er seine Anteile direkt bei der Fondsgesellschaft verwahren läßt.Der Fondskäufer kann die Eröffnung eines Depots entweder im Zuge des Kaufs über seine Hausbank veranlassen oder sich direkt an die Gesellschaft wenden.Leider ist auch die Fondsbranche in den letzten Jahren dazu übergegangen, sich ihren ehemals kostenlosen Service vergüten zu lassen.Das Fondsdepot ist allerdings in vielen Fällen immer noch günstiger als bei den Banken.Und einige Gesellschaften bieten den Depotservice noch zum Nulltarif an.

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