Wirtschaft : Forderung nach neuen Ladenöffnungszeiten

HAMBURG (AP).Eine Abschaffung des Ladenschlußgesetzes haben die Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen und Sachsen, Wolfgang Clement und Kurt Biedenkopf, gefordert.In einem gemeinsamen Interview sagte der CDU-Politiker Biedenkopf dem Nachrichtenmagazin "Focus" nach Angaben vom Sonntag, die seit 1956 geltende Regelung sei "heute nicht mehr gerechtfertigt".Der SPD-Politiker Clement plädierte zudem dafür, die Entscheidung über die Öffnungszeiten künftig den Städten und Gemeinden zu überlassen.Der Deutsche Städtetag verlangte unterdessen, die Vorschriften für den Ladenschluß am Wochenende zu vereinfachen.Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) brachte ins Gespräch, die Läden an Werktagen bis 22 Uhr offenzuhalten.Nach dem geltenden Ladenschlußgesetz ist den Geschäften freigestellt, wochentags bis 20 Uhr und sonnabends bis 16 Uhr Waren zu verkaufen.

Die Kunden werden nach den Worten Biedenkopfs "sehr schnell erleben, daß ein Juwelier erst um 10 Uhr 30 öffnet".Andererseits sei es nur natürlich, daß sein Bäcker seine Ladentüren schon um 6 Uhr öffnen wolle.Nach Ansicht von Regierungschef Clement herrschen in Deutschland zu unterschiedliche Bedingungen im Handel, als daß die Frage des Ladenschlusses zentral entschieden werden könne.

Als Verwirrspiel kritisierte der Hauptgeschäftsführer des Städtetags, Jochen Dieckmann, in der "Welt am Sonntag" die Vorschrift, Geschäfte bei ausnahmsweiser Sonntagsöffnung am vorangehenden Sonnabends bereits um 14 Uhr zu schließen.Der Städtetag unterstütze den Vorstoß Nordrhein-Westfalens, über den Bundesrat eine Gesetzesänderung zu erreichen.Der HDE ließ offen, ob er die Initiative Nordrhein-Westfalens gutheißen werde.Er vertrete auch die Interessen der Geschäfte in weniger guten Lagen.Diese würden von längeren Öffnungszeiten kaum profitieren und befürchteten den Verlust von Kunden.

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