Wirtschaft : Forschung macht Arbeit

Die Hightech-Unternehmen in Adlershof steigern Umsatz um 12,5 Prozent / 400 neue Jobs

Alexander Visser

Wer in der Berliner Wirtschaft Aufbruchstimmung sucht, findet sie im Südosten der Stadt. Wie schon im Vorjahr verzeichnet der Wissenschafts- und Technologiepark Adlershof kräftig steigende Umsatz- und Beschäftigtenzahlen. Der Gesamtumsatz der dort angesiedelten Hightech-Unternehmen legte im vergangenen Jahr um 12,5 Prozent auf 378 Millionen Euro zu. Die Zahl der Mitarbeiter stieg von 3584 auf 3971, hinzu kamen 127 Auszubildende. „Adlershof steht für den erfolgreichen Strukturwandel der Berliner Wirtschaft“, sagte Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linkspartei) bei der Jahresbilanz.

Im gesamten Entwicklungsgebiet von Adlershof, zu dem auch Wohn- und Gewerbegebiete gehören, arbeiten jetzt 11 816 Menschen. Besonders starkes Wachstum gab es im Medienpark, der 2005 noch stärker expandierte als die Wissenschaftsstadt. Die Firmenumsätze legten um 15 Prozent auf knapp 150 Millionen Euro zu. Die Zahl der festen Mitarbeiter stieg um 8,5 Prozent auf 891, zudem arbeiten 541 freie Mitarbeiter für die Medienunternehmen des Standorts. Zu den wichtigen Unternehmen gehört etwa die Fernsehproduktionsfirma Studio Berlin.

Adlershof gilt als Deutschlands größter Wissenschafts- und Technologiepark. Die wichtigsten Schwerpunkte sind Photonik und Optische Technologien, Material- und Mikrosystemtechnologie sowie Umwelt- und Energietechnologie. Auch Berliner Biotechnologiefirmen siedeln in Adlershof, allerdings zieht es die meisten an den Medizinstandort Buch im Norden der Stadt.

Die forschungsintensiven Branchen profitieren von der Nähe zu den vielen wissenschaftlichen Instituten in Adlershof. Fast 800 Wissenschaftler arbeiten an zwölf außeruniversitären Forschungszentren. Auch die Humboldt-Universität ist ein wichtiger Arbeitgeber am Standort: 850 Menschen arbeiten an den sechs hier angesiedelten naturwissenschaftlichen Instituten der Hochschule. Über 6200 HU-Studenten lernen hier. „Das Adlershofer Konzept geht auf“, sagte Hardy Rudolf Schmitt, Geschäftsführer der Adlershof-Entwicklungsgesellschaft Wista Management GmbH. Synergie zwischen Forschung und Wirtschaft sei in das Konzept von Adlershof „eingebaut“.

Wie diese Zusammenarbeit aussehen kann, erfährt man zum Beispiel am Ferdinand-Braun-Institut für Höchstfrequenztechnik (FBH). Die Forscher entwickeln unter anderem Diodenlaser. „Wir machen keine Grundlagenforschung, sondern orientieren uns am Bedarf in der Industrie“, so Direktor Günther Tränkle. Unter anderem gab es eine Kooperation mit der Firma Jenoptik in der Halbleiterforschung. Aus dieser Zusammenarbeit ging 2002 eine Unternehmensgründung hervor. Jenoptik Diode Lab GmbH liegt ganz in der Nähe des FBH. Dort arbeiten zurzeit 14 Menschen, bald sollen es 40 hoch qualifizierte Mitarbeiter sein.

Auch für das laufende Jahr gibt sich Wista-Chef Schmitz optimistisch und hofft erneut auf eine zweistellige Wachstumsrate. Der Aufschwung werde durch den nun gerichtlich abgesegneten Bau des Großflughafens Berlin-Brandenburg International neue Impulse gewinnen. Auch der Ausbau der sonstigen Infrastruktur komme gut voran, sagte Gerhard Steindorf, Geschäftsführer der Adlershof Projekt GmbH. „Die Autobahnanbindung und der Neubau von Straßen wird die Attraktivität des Standortes weiter steigern“, so Steindorf. Adlershof werde nun auch für Immobilieninvestoren hochinteressant. Wichtigstes noch offenes Infrastrukturprojekt ist der Umbau des S-Bahnhofs Adlershof, für den 20 Millionen Euro bereit stehen.

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