Wirtschaft : Frankreichs Steuerreform: Laurent Fabius drückt aufs Tempo

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Die französische Steuerreform wird sich auf "vier bis fünf Maßnahmen" konzentrieren und "schneller als in Deutschland" in die Tat umgesetzt, so das Pariser Finanzministerium. Die geplanten Steuersenkungen werden sich auf etwa 120 Milliarden Francs (36 Milliarden Mark) belaufen. Rechne man die bereits im Frühjahr beschlossenen Nachlässe von 80 Milliarden Francs hinzu, so sei die Entlastung für Bürger und Unternehmen "beträchtlich".

Zu Details wollte man sich in Bercy, dem Sitz des Finanzministeriums, nicht äußern. Die Umrisse der "größten Steuersenkung seit 50 Jahren" (Finanzminister Laurent Fabius) jedoch zeichnen sich bereits ab. Sie wird die Jahre 2001 bis 2003 umfassen und zum Großteil pünktlich zur Präsidentschaftswahl im Jahr 2002 wirksam.

Die größten Erleichterungen dürften die Einkommensteuer betreffen. Zwar zahlt nur jeder zweite Franzose den "Impôt sur le revenu", doch immerhin sollen alle Steuerzahler - auch die Großverdiener mit einem Spitzensteuersatz von 54 Prozent - entlastet werden. In Paris rechnet man damit, dass Fabius alle Steuersätze um einige Prozentpunkte nach unten drückt. Im Namen der "sozialen Gerechtigkeit" dürften aber vor allem die niedrigen Einkommen begünstigt werden.

Mit Spannung wird die Reform der Körperschaftssteuer erwartet. Arbeitgeberpräsident Ernest-Antoine Seillière forderte Fabius gestern noch einmal zu einer kräftigen Senkung auf, um sich dem in Deutschland vorgesehenen Steuersatz von 25 Prozent zu nähern. Derzeit werden die Gewinne der französischen Unternehmen mit 38 Prozent besteuert. In Paris geht man davon aus, dass Fabius eine Steuererhöhung der konservativen Vorgängerregierung rückgängig machen könnte, die vor allem die kleinen und mittleren Unternehmen traf. Der Steuersatz für den Mittelstand würde damit bis zum Jahr 2002 auf 33,3 Prozent fallen.

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