Wirtschaft : Frauen gründen aus der Not Neue Vergleichsstudie über Unternehmerinnen

Luisa Degenhardt

Berlin - Die Zahl der Unternehmerinnen in Deutschland wächst – nur in Polen sind noch mehr Frauen selbstständig. Das ist das Ergebnis einer Studie der Beratungsfirma Rambøll im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums, die anlässlich des Weltfrauentags am Freitag im Gründerinnenzentrum Weiberwirtschaft in Berlin vorgestellt wurde. Rambøll betrachtete dabei neben Deutschland und Polen auch Frankreich, Österreich, Schweden, Italien und Großbritannien. Demnach ist hierzulande die Zahl der weiblichen Selbstständigen ohne Beschäftigte seit 2002 um 51 Prozent gestiegen, die der selbstständigen Arbeitnehmerinnen um acht Prozent.

„Trotzdem besteht beim unternehmerischen Engagement von Frauen noch enormes Potenzial“, sagte Staatssekretär Ernst Burgbacher (FDP). „Wir müssen die Chancen für die Unternehmerinnen verbessern und erhoffen uns durch die Studie zusätzliche Impulse.“ Frauen gründen aus anderen Motiven als Männer, stellte Katja von der Bey, Chefin der Weiberwirtschaft, fest. „Frauen werden in die Selbstständigkeit getrieben, wenn es in den Unternehmen keine Aufstiegschancen für sie gibt.“ Die Weiberwirtschaft ist eine Genossenschaft, die seit Ende der 80er Jahre Unternehmensgründerinnen unterstützt.

Kirsti Dautzenberg von Rambøll gab dem vorwiegend weiblichen Publikum Handlungsempfehlungen, um die Zahl der Unternehmerinnen zu erhöhen. Ein wichtiger Schritt sei, die Betreuung von Kindern unter drei und über sechs Jahren auszuweiten. Auch müssten die Stärken der Frauen im sozialwissenschaftlichen Bereich gefördert und Vorbilder geschaffen werden. Luisa Degenhardt

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