Wirtschaft : Freiheit für die Apotheker!

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Von Maren Peters

Es wird Zeit, dass die Apotheker sich entscheiden. Entweder, sie betrachten sich als freie Unternehmer und setzen sich dann auch dem Wettbewerb aus; oder sie definieren sich – wie Beamte – als geschützter Berufsstand. Dann können sie von der Regierung fordern, vor dem Wettbewerb abgeschirmt zu werden, müssen aber auch bestimmte Regeln in Kauf nehmen.

Darum passt es auch schlecht zusammen, dass die Apotheker, wie gestern auf ihrem „Krisengipfel“ in Berlin geschehen, zum einen „mehr Luft zum Atmen“ fordern – „auch im wirtschaftlichen Bereich“ – und gleichzeitig die Gesundheitsministerin auffordern, sie vor dem Versandhandel mit Arzneimitteln zu bewahren, den Ulla Schmidt künftig auch in Deutschland zulassen will. Die Apotheker sehen sich durch die preisgünstigere InternetKonkurrenz in ihrer Existenz bedroht. Sie glauben sogar, die Versorgungssicherheit der Deutschen mit Pillen und Zäpfchen sei gefährdet und warnen deshalb eindringlich vor den Folgen. Dabei gibt es keinen Hinweis darauf, dass die Versandpille gefährlicher sein sollte als Arzneien aus der nächsten Eck-Apotheke. Beide unterliegen strengen Kontrollen.

Tatsächlich schieben Apotheker die Sorge um die Gesundheit der Deutschen vor, um sich Wettbewerber in ihrem bislang gut abgesicherten, preisgeschützten Markt vom Leib zu halten. Und sie werben um Unterstützung bei der Regierung, der sie gleichzeitig zu starke Eingriffe in ihre unternehmerische Freiheit vorhalten. Das passt nicht zusammen. Dabei müssen die Apotheker keine allzu große Angst haben: Höchstens acht Prozent des Deutschen werden nach Schätzungen den Versandhandel nutzen. Apotheker sollten besser versuchen, das als Herausforderung zu verstehen. Für einen Unternehmer wäre das konsequenter, als den Wettbewerb mit staatlicher Hilfe zu verhindern.

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