Wirtschaft : Gasag verdoppelt Verluste

BERLIN (dw).Die Gasag hat in ihren Sanierungsbemühungen einen herben Rückschlag erlitten.Wegen der milden Witterung des vergangenen Winters ging der Absatz zurück.Der Berliner Gasversorger machte mit 98 Mill.DM mehr als doppelt so viel Verlust wie im Jahr zuvor.Auch im laufenden Geschäftsjahr werde die Gasag "rote Zahlen" schreiben, sagte der kaufmännische Vorstand Rudolf Schulten am Donnerstag bei der Bilanzvorlage.Mit kurz- und langfristigen Programmen zur Kostensenkung sei er sicher, die Gewinnschwelle 1999 zu erreichen.Die Berliner Gasverbraucher könnten weiterhin Preissenkungen erwarten.Auch an der Personalplanung ändere sich vorerst nichts.Inzwischen schiebe die Gasag einen Verlustvortrag von 500 Mill.DM vor sich her, sagte Schulten, der erst vor wenigen Wochen vom Anteilseigner Bewag herübergewechselt war.Auch im laufenden Jahr werde sich die witterungsbedingte Absatzschwäche bemerkbar machen.Mit Hilfe von kurz- und langfristigen Programmen zur Kostenreduzierung werde die Gasag gegensteuern.Schulten kündigte an, das Ergebnis innerhalb der nächsten zwei Jahre um 150 Mill.DM zu verbessern.Zwei Drittel davon sollten durch Investitionskürzungen und Einsparungen im Bereich Sachausgaben hereingeholt werden.

Vor dem Hintergrund des liberalisierten Gasmarktes werde man aber an der Preissenkungspolitik festhalten, versicherte Schulten.Die nächste Senkung sei zu Beginn nächsten Jahres geplant.Über eine Aufforderung der Senatsverwaltung für Wirtschaft, die Preissenkung schon auf den 1.Oktober und damit den Beginn der nächsten Kälteperiode vorzulegen, habe man allerdings noch nicht entschieden."Wir sind auf einer Gradwanderung zwischen Wirtschaftlichkeit und Kundenorientierung", sagte Schulten.

Zum Jahresfehlbetrag trugen auch gestiegene Personalkosten bei.Zwar baute die Gasag im vergangenen Jahr 153 Stellen ab.Vorruhestandsregelungen und Abfindungen hätten die Personalkosten jedoch um 12 Mill.DM in die Höhe getrieben.Die Gasag wolle an der Vereinbarung mit dem Betriebsrat festhalten und die Zahl der Arbeitsplätze von heute 2667 auf 2100 zum Ende des Jahres 2000 abbauen."Wir nehmen den Aspekt Arbeitsplatzsicherheit sehr wichtig", sagte Vorstandsmitglied Georges Hoffmann.Dennoch werde man mit dem Betriebsrat und den Gewerkschaften über Möglichkeiten einer zusätzlichen Personalkostenreduzierung sprechen.

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