Wirtschaft : Gasversorger zahlen Kunden Geld zurück Kartellamt einigt sich mit sechs Eon-Töchtern

Bonn/Berlin - Sechs große Gasversorger haben unter dem Druck des Bundeskartellamts ihre geplanten Preiserhöhungen für die beginnende Heizperiode um zwei Monate von Oktober auf Dezember verschoben. Außerdem soll den Kunden der zum Eon-Konzern gehörenden Regionalunternehmen mit der nächsten Abrechnung ein Bonus in Höhe von durchschnittlich 35 Euro gewährt werden.

Mit diesen beiden Schritten sollen den Endkunden insgesamt 55 Millionen Euro direkt zugutekommen. Die Einigung sei im Streit mit dem Kartellamt wegen des Verdachts unrechtmäßig erhöhter Preise getroffen worden, teilte die Behörde am Montag in Bonn mit. Die Verfahren gegen die sechs Eon-Töchter werden eingestellt. Es handelt sich um Eon Avacon in Niedersachsen, Eon Bayern, Eon Edis in Brandenburg, Eon Hanse, Eon Mitte in Nordhessen und Eon Thüringer Energie. Mit weiteren Entscheidungen zu Gaspreisen anderer Versorger sei kurzfristig zu rechnen. Bis Ende des Jahres wolle man „einen Großteil der Verfahren abgeschlossen haben“, hieß es.

Im März hatte das Kartellamt insgesamt 35 Untersuchungen gegen Unternehmen eingeleitet, die insgesamt vier Millionen Kunden mit Gas beliefern, was 20 Prozent des in Deutschland abgesetzten Erdgases entspricht. Auch die Preise des Berliner Versorgers Gasag werden geprüft. Dort wolle man das weitere Vorgehen des Amtes abwarten und plane derzeit keine Schritte zur Preissenkung, teilte eine Sprecherin mit.

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (GSU) begrüßte die durch das Einwirken des Bundeskartellamts erreichte Entlastung. „Gerade die bereits für den Beginn der Heizperiode angekündigten Erhöhungen der Gaspreise hätten für die Verbraucher zu erheblichen finanziellen Belastungen geführt“, sagte er. Das sei jetzt verhindert worden. Das Ende 2007 geänderte Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen zeige erste positive Auswirkungen für die Verbraucher. kph

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