Wirtschaft : GB klagt über fehlende Zugeständnisse Frankreichs - Frankreich fordert Londons Garantien ein

Die britische Regierung hat energisch bestritten, im Streit um das BSE-Embargo Frankreichs deutliche Zugeständnisse gemacht zu haben. Ein Sprecher des britischen Premierministers Tony Blair wies entsprechende Angaben des französischen Landwirtschaftsministers Jean Glavany zurück. Grossbritannien habe seinerseits einen Brief an die EU-Kommission aufgesetzt, indem die britische Regierung rechtliche Schritte gegen das von Frankreich verhängte Einfuhrverbot von britischem Rindfleisch fordert. Zuvor hatte Glavany im französischen Radiosender Europe 1 gesagt, die Briten seien nun bereit, beim Auftreten eines BSE-Falles die ganze Herde zu schlachten und nicht nur das betroffene Tier. Dies sei eine der von Frankreich geforderten Garantien. In Brüssel wollten die EU-Agrarminister am Montag über die strittige Frage der britischen Export-Ettiketierung beraten. Dabei soll geklärt werden, wie das exportierte Fleisch bis zu seinem Ursprung zurückverfolgt werden kann. Die EU hatte Frankreich bereits mit juristischen Schritten gedroht, sollte es nicht das Exportverbot gegen britisches Rindfleisch bis Dienstag gelockert haben. Deutschland hat die von der EU beschlossene Aufhebung des Exportverbotes ebenfalls noch nicht umgesetzt, da die Bundesländer Vorbehalte gegen die Einfuhr von britischem Rindfleisch geäußert haben. Diese drängen unter anderem darauf, dass britische Ware für den Verbraucher deutlich gekennzeichnet wird. Nach Angaben von Landwirtschaftsminister Karl-Heinz-Funke (SPD) werden am Abend der britische und der französische Landwirtschaftsminister einen letzten Einigungsversuch vornehmen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben