Wirtschaft : Geht Herlitz? Neu-Vorstand stößt auf Kritik

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Berlin Das Traditionsunternehmen Herlitz könnte Berlin verlassen – diese Äußerung des designierten Vorstands Dietrich Groth hat am Mittwoch innerhalb der Firma Kritik ausgelöst. Groth hatte im Tagesspiegel gesagt, es stehe in Frage, ob Herlitz an beiden Standorten in Berlin und im brandenburgischen Falkensee bleibe. „Wenn es nur auf einen Standort hinausläuft, dann wäre das Falkensee“, sagte er.

Im Aufsichtsrat, der gerade erst in mehrstündigen Beratungen die Berufung Groths in den Vorstand beschlossen hat, herrscht nun Verwunderung. „Der Umzug des Berliner Büropersonals würde nicht das Kardinalproblem von Falkensee lösen“, hieß es aus dem Gremium. Der brandenburgische Standort sei überdimensioniert und müsse sich für die Kommissionierung – also die Zusammenstellung von Waren für Lieferungen an Geschäfte – weitere externe Kunden suchen. Der Logistikmarkt sei ein natürliches Zukunftsfeld für Herlitz.

Allerdings sei es zu begrüßen, wenn sich Groth mit der weiteren Entwicklung von Herlitz unvoreingenommen beschäftige, verlautete es aus dem Kontrollgremium. „Man muss ihm das freie Denken gestatten, wenn er zum Jahreswechsel kommt“, hieß es. In Berlin-Tegel beschäftigt der Schreibwarenhersteller, den der US-Finanzinvestor Advent übernommen hat, mehr als 500 Mitarbeiter.

Unterdessen hat die EU-Kommission den Einstieg von Advent bei Herlitz endgültig gebilligt. Der freie Wettbewerb werde durch die Transaktion nicht behindert, teilte die Kommission am Mittwoch nach einer vierwöchigen Prüfung mit. Advent übernimmt nach früheren Firmenangaben 64,7 Prozent der Anteile an dem Berliner Unternehmen. Herlitz meldete 2002 Insolvenz an, konnte aber gerettet und saniert werden. awm/mod

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