Geldwäsche-Skandal bei Deutscher Bank : Deutsche Bank verdächtigt Mitarbeiter der Bestechlichkeit

Im russischen Geldwäsche-Skandale der Deutschen Bank ist womöglich ein hochrangiges Mitglied des Geldinstituts beteiligt gewesen. Die Bank ermittelt nun wegen Bestechlichkeit gegen einen Manager in den eigenen Reihen.

Ein Büro der Deutschen Bank in Moskau, das durchsucht wurde, nachdem sich die Bank geweigert hatte Unterlagen an die Behörden auszuliefern.
Ein Büro der Deutschen Bank in Moskau, das durchsucht wurde, nachdem sich die Bank geweigert hatte Unterlagen an die Behörden...Foto: Sergei Ilnitsky/dpa

Die Deutsche Bank verdächtigt im Geldwäsche-Skandal in Russland einem Insider zufolge einen hochrangigen Mitarbeiter der Bestechlichkeit. Die Untersuchung sei noch in einem frühen Stadium, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person am Freitag zu Reuters.

Nicht erklärbare Summen entdeckt

Auf Konten des nicht namentlich genannten Managers und seiner Ehepartnerin seien nicht erklärbare Summen entdeckt worden. Das hatte zuvor auch die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet. Die Deutsche Bank habe ihre interne Untersuchung der Vorgänge nun auf zehn bis zwölf russische Handelskunden ausgeweitet, sagte der Insider.
Die Deutsche Bank steht bei internationalen Aufsehern im Visier, nachdem im Juni bekannt wurde, dass russische Kunden Rubel im Wert von mehr als sechs Milliarden Dollar über sie gewaschen haben sollen.

Manager-Meeting auf der Anklagebank
Die Rechtsanwälte und Angeklagten um den Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen (hinterste Reihe 2.v.r.), stehen am 28.04.2015 in München zu Beginn des Strafprozess gegen ihn und vier weitere Ex-Manager wegen versuchten Betrugs im Kirch-Prozess im Gerichtssaal des Landgericht München I. In der ersten Reihe steht der ehemalige Chef der Deutschen Bank, Rolf Breuer (ganz rechts), in der zweiten Reihe (2.v.r.) sein Nachfolger im Amt, Josef Ackermann.Alle Bilder anzeigen
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28.04.2015 10:59Die Rechtsanwälte und Angeklagten um den Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen (hinterste Reihe 2.v.r.), stehen am...


Die Bank wollte sich zu dem Verdacht gegen einen Mitarbeiter nicht äußern. Eine Sprecherin verwies auf den Zwischenbericht zum zweiten Quartal. Dort hieß es, bei der internen Untersuchung gehe es auch um die Frage, ob gegen interne Vorschriften verstoßen worden sei. Sie richtet sich damit auch gegen eigene Mitarbeiter: “Die Deutsche Bank hat disziplinarische Maßnahmen gegen bestimmte Personen eingeleitet und wird auch gegen andere Personen vorgehen, falls dies gerechtfertigt ist.“

Deutsche Bank sieht sich als Opfer

Das Institut hatte einige Händler suspendiert. Sie sieht sich in dem Fall als Opfer. Die Kunden hätten über die Deutsche Bank Papiere in Rubel gekauft, die ihnen das Institut in London in Dollar wieder abkaufte. (Reuters)

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