Wirtschaft : Geschi trennt sich von Burger Knäcke

Käufer wird geheimgehalten / 120 Arbeitsplätze gerettet

BERLIN (dr).Positive und negative Nachrichten bei Geschi-Brot wechseln sich gegenwärtig in schneller Folge ab.Wie berichtet hat das Unternehmen Verbindlichkeiten von mindestens 20 Mill.DM, hinzu kommt eine Forderung der Treuhandnachfolgerin Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben (BvS) von fast 30 Mill.DM.Bundesweit sind 800 Arbeitsplätze in Berlin fast 150 Stellen bedroht. Während bei der City Back GmbH, Berlin,nach Aussagen des Betriebsrates noch immer kein Sequester bestellt ist und der Betrieb besetzt gehalten wird, um den Abtransport von Maschinen zu verhindern, keimt in Burg bei Magdeburg Hoffnung auf.Die Burger Knäcke GmbH, ein florierendes Unternehmen mit einem Umsatz von rund 20 Mill.DM und etwa 120 Beschäftigten ist verkauft worden.Allerdings will der seit knapp zwei Wochen amtierende Geschäftsführer der Geschi-Brot Schiesser & Sohn GmbH, Berlin, Uwe Berlo, weder den Namen des Käufers noch den Preis bekannt geben.Der Käufer sei ein reiner Platzhalter, der auch Geschi alle Optionen offenlasse, so Berlo am Donnerstag auf Anfrage.Zunächst sei ein Rechtsanwalt als Verwalter eingesetzt worden.Die Konstruktion lasse auch zu, daß Geschi wieder bei Burger einsteige.Burger Knäcke ist der einzige Ost-Betrieb der Geschi-Gruppe, der schwarze Zahlen schreibt. Berlo, der am Donnerstag zur Harzbäckerei GmbH nach Wernigerode reiste, und am heutigen Freitag in Bischofswerda bei der dortigen Lausitzer Backwaren GmbH erwartet wird, will die Hoffnung auf die Rettung der Bäckereien noch nicht aufgeben.Er kämpfe nach wie vor um Aufträge, sagt er.Zuversichtlich stimmten ihn auch die Aktivitäten der einzelnen Belegschaften, die Unterstützung erkennen ließen.Speziell für die 2x2 Beckamp GmbH in Wuppertal ließe sich vielleicht noch etwas machen, hoff der Geschäftsführer. Die 150 Beschäftigten in Wernigerode fühlen sich allerdings bisher hingehalten.Der Betriebsrat hat inzwischen Antrag auf Gesamtvollstreckung gestellt.Der Vorsitzende, Torsten Knochenmus, begründet dies unter anderem damit, daß die Mitarbeiter seit drei Monaten keine Löhne mehr bekommen hätten und will auch nicht ausschließen, daß er einen Strafantrag gegen Horst Schiesser als Mann im Hintergrund stellen wird.Gleichzeitig signalisiert Knochenmus aber auch Entgegenkommen der Belegschaft.Man bemühe sich um Alternativen und erste Gespräche beispielsweise mit dem Land hätten bereits stattgefunden. Verfahrener scheint die Situation bei City Back zu sein.Die dortigen Mitarbeiter haben für Juli und August keinen Lohn mehr gesehen, für Juni erhielten sie nur die Hälfte.Seit dem 14.August sind sie freigestellt.Berlo hat dem Betriebsrat mitgeteilt, daß der Betrieb spätestens zum 1.September stillgelegt werden soll, um das Konkursausfallgeld zu sicher.Ferner hat der Geschäftsführer einen Vertrag über einen Interessenausgleich unterschrieben.Doch nützt diese Unterschrift derzeit wenig, denn es ist kein Geld vorhanden.Der Betriebsratsvorsitzende Erhard Sievers bemängelt deshalb auch: "Unterschreiben kann Herr Berlo alles, aber wenn kein Geld da ist, können auch keine Abfindungen gezahlt werden. Offen ist nach die vor, wie die Beziehungen zur BvS in Zukunft gestaltet werden.Die BvS beharrt auf ihrer Forderung nach rund 30 Mill.DM, weil Schiesser seine Investitions- und Arbeitsplatzverpflichtungen nicht erfüllt habe.Gleichzeitig will man den Bestand der Betriebe aber nicht gefährden.Diese Verpflichtungen seien für jeden Betrieb einzeln zu erfüllen, betonte am Donnerstag BvS-Sprecherin Eva Hertzfeldt.Keine Bauchschmerzen bereitet der BvS der Verkauf von Burger.Hier seien die Investitions- und Arbeitsplatzzusagen erfüllt worden.

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