Wirtschaft : Gewerkschaft: Metallindustrie in Ostdeutschland ist im Aufwind

BERLIN ("Auf Grundlage gleicher Lohnstückkosten entstünden durch die ostdeutsche Produktivitätsentwicklung Spielräume für weitere Schritte zur Anpassung der Löhne und Gehälter und zur Verkürzung der Arbeitszeit.").Die ostdeutsche Metallindustrie peilt nach Darstellung der Gewerkschaften nach ihrem bisher erfolgreichsten Jahr auch 1999 deutliche Zuwächse an.Die Umsätze seien 1998 um knapp ein Fünftel gestiegen, Exporte hätten sich deutlich erhöht, und Lohnkostenvorteile gegenüber Westdeutschland hätten die Konjunktur angekurbelt, teilte die IG Metall am Freitag mit.Die Ausweitung der Industrieproduktion habe erstmals seit der Wende zu einem Beschäftigungszuwachs um 13 500 Mitarbeiter auf 274 000 geführt.

Das laufende Jahr hat zwar nach Angaben der Gewerkschaft mit einem starken Rückgang der Auftragseingänge begonnen.Alles spreche jedoch für eine deutliche Belebung der Konjunktur im zweiten Halbjahr, so die IG Metall.Für 1999 rechnet die Gewerkschaft mit einem Umsatzplus von zehn Prozent und einem stärkeren Produktivitätssprung als im Westen.Damit entstünden Spielräume für eine weitere Anpassung der Löhne und Arbeitszeiten.Die über 270 000 Ost-Metallbeschäftigten erhalten unter anderem aufgrund der um drei Stunden längeren Wochenarbeitszeit real etwa 80 bis 85 Prozent der West-Einkommen.

1998 seien die Umsätze der ostdeutschen Metallbetriebe um zehn Mrd.DM oder knapp 19 Prozent gestiegen.Den stärksten Zuwachs habe es in der Automobilbranche gegeben, die ihre Umsätze verdreifacht habe.Entsprechend hätten die Wachstumsschwerpunkte in Sachsen (mit Volkswagen) und Thüringen (mit Opel) gelegen.Auf diese Länder habe sich auch der Beschäftigungszuwachs beschränkt.In den anderen neuen Ländern ist die Zahl der Metallbeschäftigten der Gewerkschaft zufolge gesunken.Der Maschinenbau habe verhaltener zugelegt, mit einem Plus von sieben Prozent jedoch stärker als im Westen.Die Werften hätten dagegen ein Umsatzminus von knapp einem Fünftel verbucht.Die Auslandsumsätze insgesamt seien um 55 Prozent gestiegen.Die Exportquote ist demmnach auf 26 Prozent gestiegen - im Westen liegt sie bei 44 Prozent.Die Produktivität habe sich um elf Prozent erhöht.Damit liege die Ost-Branche bei 75 Prozent des Westniveaus.Im laufenden Jahr werde sie um acht bis zehn Prozent steigen.Dies sei auch für die kommenden Jahre zu erwarten.Die ostdeutschen Lohnstückkosten liegen laut Gewerkschaft - gerechnet auf Umsatzbasis - inzwischen spürbar unter westdeutschem Niveau."Auf Grundlage gleicher Lohnstückkosten entstünden durch die ostdeutsche Produktivitätsentwicklung Spielräume für weitere Schritte zur Anpassung der Löhne und Gehälter und zur Verkürzung der Arbeitszeit."

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