Wirtschaft : Gewinn von BMW sinkt um ein Drittel

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BMW bleibt auf Wachstumskurs. Zwar sei im dritten Quartal des laufenden Jahres das Ergebnis nach Steuern um knapp 30 Prozent auf 315 Millionen Euro gesunken, teilte der Autokonzern im jüngsten Zwischenbericht mit. Das lag aber unter den Befürchtungen von Analysten. Zudem sei der Rückgang nicht auf Auswirkungen der Terroranschläge oder die allgemein schwächelnde Autokonjunktur zurückzuführen, sondern auf einmalige Kosten für Modellwechsel und die Markteinführung des Mini. Nach neun Monaten der laufenden Periode sieht die BMW-Bilanz außerdem weit besser aus. In diesem Zeitraum ist der Gewinn nach Steuern um fast zwei Drittel auf 1,25 Milliarden Euro gestiegen. Bereinigt um im Vorjahr noch angefallene Verluste der damaligen Tochter Rover beträgt das Plus etwa neun Prozent. Die Konzernumsätze sind bereinigt um Rover bis Ende September 2001 um fast ein Viertel auf 28,2 Milliarden Euro gewachsen.

Auch in einer Phase hoher Aufwendungen im Zuge der laufenden Produktoffensive könne BMW damit das Vorjahresergebnis übertreffen, kommentierte Konzernchef Joachim Milberg den Zwischenbericht. Die positive Entwicklung werde im Abschlussquartal fortgesetzt und bis Ende des Jahres in einem Absatzplus von gut neun Prozent auf über 900 000 verkaufte Autos der Marken BMW und Mini münden. Parallel dazu soll die Umsatzrendite vor Steuern von 4,7 Prozent (2000) auf über sechs Prozent klettern.

Die Folgen des Terrors hält BMW derzeit im eigenen Konzern für überschaubar. Sogar im US-Markt konnten die Bayern in den ersten neun Monaten 2001 ihren Absatz um fast ein Fünftel auf über 160 000 Luxuswagen steigern. Hier zu Lande waren die Verkäufe dagegen um fast ein Prozent auf knapp 182 000 Autos rückläufig, was die Münchner vor allem auf den Modellwechsel bei ihrem Hauptprodukt der 3er-Reihe zurückführen. Der heimische Marktanteil stagniert damit bei rund sieben Prozent. Beim Mini, der seit Juli in Großbritannien und seit September auf anderen europäischen Märkten erhältlich ist, sieht sich BMW mit 4675 Verkäufen bis Ende September auf Zielkurs. Auch die in Berlin produzierende Motorradsparte bleibt nach neun Monaten mit einem Absatzplus von gut elf Prozent auf knapp 70 000 Maschinen auf der Überholspur. Unter dem Strich steuert der Konzern damit 2001 auf ein Rekordjahr zu.

Davon profitiert auch die Belegschaft, die bis Ende September vor allem in Deutschland um gut 3000 Mitarbeiter auf weltweit nun 96 865 Beschäftigte aufgestockt wurde. Bis Ende des Jahres sollen hier zu Lande 500 weitere Stellen geschaffen werden, ergänzte ein BMW-Sprecher. Der Aufbau von insgesamt 5500 Arbeitsplätzen für den Werksneubau in Leipzig sei darin noch kaum enthalten. An der Börse sorgte der Zwischenbericht bei einem allgemein fast stagnierenden Dax für ein Plus der BMW-Aktie von 4,2 Prozent auf 36,30 Euro.

"Das ist besser als ich gedacht habe," sagte der Autoanalyst der Bayerischen Hypo- und Vereinsbank (HVB) AG, Georg Stürzer. Angenehm überrascht habe ihn vor allem, dass die BMW-Ergebnisse trotz steigender Entwicklungskosten und dem Modellwechsel bei der 7er-Reihe, die als Flaggschiff der Modellpalette große Gewinnanteile trägt, das Quartalsergebnis nur moderat abgefallen sei. Bereinigt um Abschreibungen auf die von BMW mittlerweile nur noch als Randaktivität geführten Flugzeugtriebwerke in Höhe von 117 Millionen Euro sei die Profitabilität der Münchner sogar noch besser. Zusammen mit Porsche sei BMW derzeit wohl das profitabelste Automobilunternehmen weltweit, urteilte Stürzer. Ob er nach dem Zwischenergebnis sein bisheriges Anlageurteil "neutral" oder sein BMW-Kursziel von zuletzt 33 Euro nach oben korrigiert, konnte oder wollte er noch nicht sagen. Auch für 2002 ist der HVB-Analyst mit Blick auf BMW vorsichtig optimistisch. Wenn jemand angesichts der Unsicherheiten in der Branche seine Planung halten könne, sei das ein Luxuswagenbauer wie BMW. Der Konzern werde 2007 rund 1,2 Millionen Autos verkaufen und 50 Milliarden Euro umsetzen, hatte Milberg zuletzt angekündigt.

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