Wirtschaft : Gewinneinbruch bei Autovermieter

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Er werde den Vorstand mit einem Hammer erschlagen, hatte ein Aktionär im Vorfeld gedroht. Tatsächlich aber verlief die Hauptversammlung des Münchener Autovermieters Sixt ruhiger als es nach dem Kurseinbruch der Aktie in den vergangenen zwölf Monaten zu erwarten war. Erich Sixts Hinweis, das Ergebnis von 1999 sei das drittbeste überhaupt, erschien einem der Kleinaktionärsvertreter aber als "unangemessener Enthusiasmus". Der Vorstand müsse sich stärker um Investor Relations kümmern, forderten die Sprecher.

Sixt sieht es als beste Kurspflege an, "hart am Unternehmenserfolg zu arbeiten". Der Vorstand habe die Lage teilweise falsch eingeschätzt, gab der Firmenchef zu. Aufgrund der Umsatzplanung seien "einige Autos zuviel" eingekauft worden. Es sei aber im Vorhinein schwer abzuschätzen gewesen, dass die Lage auf dem Gebrauchtwagenmarkt so schlecht sein würde. So musste Sixt 88 Prozent der Autos an die Hersteller zurückgeben und konnte sie nicht gewinnbringed verkaufen. "Fehleinschätzungen des Managements" hätten 10,3 Millionen Mark Verlust in Großbritannien gebracht. Zusätzliche Belastungen in Höhe von zehn Millionen Mark hätte das Steuerentlastungsgesetz gebracht. Mittelfristig sieht Sixt "phantastische Zukunftschancen" durch die neue InternetTochter e-Sixt. Bis 2003 soll sie 400 Millionen Mark Umsatz und 115 Millionen Mark operatives Ergebnis erreichen. 2000 erwartet Sixt fünf Milliarden Mark Umsatz, davon 1,6 Milliarden Mark Vermietumsatz. Das Ergebnis soll sich parallel zum Umsatz steigen. Für die e-Sixt AG sind 15 bis 20 Millionen Mark Anlaufverluste eingeplant. Ab 2001 sollen schwarze Zahlen geschrieben werden. In Großbritannien will Sixt nach der Übernahme von United Kenning Rental im Februar 2000 einen Gewinn von einer Millionen Pfund erzielen.

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