Wirtschaft : Gibt es den Lohn schon 1999 in Euro?

ROLF OBERTREIS

Für große Unternehmen wie die Deutsche Bank oder DaimlerChrysler steht fest: Der Euro wird am 1.Januar 1999 oder spätestens im Laufe des ersten Quartals des nächsten Jahres zur Hauswährung.Bei Mittelständlern und Kleinunternehmen wird es länger dauern.Manche werden wohl die gesamte Übergangsfrist bis zum 1.Januar 2002 nutzen.Wenn aber die Unternehmen hausintern mit Euro rechnen, macht es auch Sinn, Löhne und Gehälter in Euro zu überweisen.Die Deutsche Bank wird das genau so handhaben wie Daimler.

Der Arbeitnehmer muß dies akzeptieren.Denn sofern es sich um bargeldlose Transaktionen handelt, darf der Schuldner entweder in D-Mark oder in Euro zahlen.Also kann auch der Arbeitgeber mit Beginn der Währungsunion ab 1.Januar 1999 Gehälter und Löhne in Euro überweisen.Eine Änderung des Arbeitsvertrages ist dazu nicht erforderlich.Auch die Zustimmung des Betriebsrates ist nicht nötig.Allerdings können die Tarifparteien, wie etwa in der Metall- und Elektroindustrie bereits geschehen, eine gleichrangige Verwendung von Euro und D-Mark per Tarifvertrag festschreiben.Oder dies wird in Betriebsvereinbarungen verankert.

Die Gehaltsüberweisung in Euro kann auch unabhängig davon erfolgen, ob das Konto des Arbeitnehmers in Euro oder in D-Mark geführt wird.Die Bank wird den jeweiligen Betrag umrechnen.Allerdings muß der Arbeitgeber bei der Verwendung des Euro dafür Sorge tragen, daß auf dem Konto des Arbeitnehmers nach der Umrechnung auch der D-Mark-Betrag auftaucht, der im Arbeitsvertrag als Lohn oder Gehalt vereinbart ist.

Daß Arbeitslosen- und Rentenversicherungen, manche Krankenkassen und vor allem die Finanzämter nicht sofort mit Beginn der Währungsunion in Euro rechnen, ist kein Hindernis für die Gehaltsüberweisung in Euro.Mittlerweile haben die Sozialversicherungen signalisiert, daß auch sie Überweisungen in Euro akzeptieren.Gleichwohl müssen sich die Unternehmen auf einen höheren bürokratischen Aufwand einstellen.Weil die Sozialversicherungen und je nach Bundesland auch Finanzbehörden zum Teil noch bis Ende 2001 in D-Mark rechnen und damit auch Lohnsteuerkarten in D-Mark ausstellen, bleibt den Firmen nichts anderes übrig, als die Lohn- und Gehaltsabrechnungen parallel in D-Mark und Euro zu fassen.

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