Girokonto : Wo das Girokonto noch kostenlos ist

Stiftung Warentest: 25 Banken bieten Gratiskonten, darunter sind viele Direktbanken. Wie Kunden sonst noch sparen können.

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Die Kreditkarte gratis dazu. Einige Banken bieten diesen Service.
Die Kreditkarte gratis dazu. Einige Banken bieten diesen Service.Foto: dpa-tmn

Es gibt sie noch, die Banken, die ihren Kunden kostenlose Girokonten anbieten. Aber ihre Zahl schrumpft, weil immer mehr Kreditinstitute – anders als früher – auf die Einnahmen aus der Kontoführung nicht mehr verzichten wollen. So werden auch Millionen Kontokunden der Postbank, die bislang bei monatlichen Geldeingängen von 1000 Euro von Gebühren verschont blieben, ihre Gratiskonten verlieren. Ab dem 1. November stellt Deutschlands größte Privatkundenbank ihren Kunden nur noch dann das Konto kostenlos zur Verfügung, wenn regelmäßig monatlich 3000 Euro oder mehr auf dem Konto landen.

Das ist kein Einzelfall. „So wie die Postbank haben in den vergangenen Monaten viele Banken ihre Preise erhöht“, betont die Stiftung Warentest. Damit reagieren die Institute auf die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank, die ihre Provisionserträge im Kredit- und Geldanlagegeschäft zunichtegemacht hat. Das verringert den Spielraum für Kundenwerbeaktionen.

Dennoch gibt es einige Häuser, die ihre Dienste noch immer kostenlos anbieten. Die Verbraucherschützer haben 104 Banken mit 241 Kontomodellen untersucht. „Wir fanden immer noch 25 Gratiskonten ohne Wenn und Aber", heißt es in der am Montag veröffentlichten Untersuchung, die im Oktoberheft von „Finanztest“ zu finden ist. Beim letzten Test im Jahr 2014 waren es noch 30 solcher Angebote gewesen, obwohl die Zahl der teilnehmenden Institute geringer gewesen war.

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Direktbanken machen es oft noch umsonst

Für ihren Modellkunden, der seine Geschäfte online erledigt, wurden die Tester in der aktuellen Untersuchung vor allem bei Direktbanken fündig. So bieten weiterhin die Commerzbank-Tochter Comdirect, die Consorsbank, die DKB, die Edekabank, die ING-Diba, die Netbank, die Norisbank, die Direktbank 1822 direkt und die Wüstenrot Bank Onlinekonten ohne weitere Vorbedingungen gratis an.

Die ING-Diba und die Edekabank führen auch Überweisungen per Beleg ohne Extrakosten aus, bei der Comdirect, Consors, DKB, ING-Diba und Norisbank erhalten Kunden ihre Kreditkarte beim Umsonstkonto gratis. Gleiches gilt auch für die Santander Bank, die Santander Consumer Bank und die PSD Berlin-Brandenburg, alle drei Institute sind Filialbanken. Stichtag der aufwendigen Kontountersuchung ist der 22. August, bis dahin angekündigte Preisveränderungen sind beim Test berücksichtigt.

25 Gratiskonten, 33 Fast-Gratiskonten

Neben den 25 Gratiskonten stießen die Bankentester auf weitere 33 Angebote, bei denen die kostenlose Kontoführung an Bedingungen geknüpft ist – bei Genossenschaftsbanken wie der Sparda-Bank müssen beispielsweise Genossenschaftsanteile erworben werden, bei vielen Kreditinstituten sind Bareinzahlungen ausgeschlossen oder Mindestumsätze auf dem Konto vorgeschrieben. Wer jährlich mehr als 60 Euro für sein Konto zahlt, sollte etwas unternehmen, rät die Stiftung Warentest. Manchmal hilft es schon, das eigene Verhalten umzustellen. Statt einen Überweisungsschein auszufüllen und in den Bankbriefkasten zu werfen, sollte man die Überweisung am PC oder am Bankautomaten selbst auf den Weg bringen, das spart Geld.

Bargeld sollte man nur am bankeigenen Geldautomaten beziehungsweise bei Instituten des eigenen Verbunds abheben. So gehören Deutsche Bank, Commerzbank, Postbank und Hypovereinsbank zur Cashgroup, die BBBank, die Santander Consumer Bank und die Targobank zum Cashpool. Kosten senken kann man oft auch dadurch, dass man abspeckt und statt eines teuren Premium-Kontos ein preiswerteres Konto wählt.

Letzter Ausweg: Kontowechsel

Reicht das nicht, kann man natürlich auch seine Bank wechseln. Seit Sonntag ist das einfacher. Neue gesetzliche Regeln sorgen dafür, dass Daueraufträge und Lastschriften leichter von einer Bank zur anderen mitgenommen werden. Der Kontowechsel darf nicht länger als zwei Wochen dauern.

Nach Informationen der Stiftung Warentest bieten 41 der 104 getesteten Banken bereits einen Wechselservice per App oder Computer an. Der Kunde beauftragt das neue Institut, bei der alten Bank alle Daten zu erfragen, die für die Umstellung auf das neue Konto und die Benachrichtigung der Zahlungspartner notwendig sind. Die neue Bank kann dann die Geschäftspartner des Kunden über die neue Bankverbindung informieren. Bestenfalls erledigt das neue Institut den gesamten Schriftverkehr.

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