Wirtschaft : "Gold langfristig kaufen"

Herr Blumenroth[trotz jüngster Turbulenzen i]

Der Goldmarkt weckt das Interesse der Anleger: Preissprünge und neue Spekulationen über Großverkäufe werfen Fragen über die Wertentwicklung auf. Till Hoppe sprach mit Michael Blumenroth, Edelmetallhändler bei der Deutschen Bank in Frankfurt.

Herr Blumenroth, trotz jüngster Turbulenzen ist der Goldpreis in letzter Zeit kräftig gestiegen. Woran liegt das?

Zum einen an den Produzenten. Die Minen zum Beispiel in Südafrika und Australien verkaufen zu höheren Preisen, da sie die künftige Entwicklung günstiger einschätzen. Außerdem werfen die Zentralbanken Großbritanniens und der Schweiz immer weniger Gold aus ihren Reserven auf den Markt. Sicher hat auch die unsichere Lage auf den Aktienmärkten und die Sorge vor einem Waffengang gegen den Irak viele Leute dazu bewogen, ihr Geld in Gold anzulegen.

Ist Gold denn eine empfehlenswerte Alternative, sein Geld anzulegen?

Auf kurze Sicht eher nicht. Der Goldpreis ist momentan immer noch recht hoch. Wer in zwei Monaten schon wieder aussteigen möchte, riskiert deshalb Verluste. Mittelfristig lohnt es sich sicher. Ich schätze, dass eine Anlage auf mehrere Jahre etwa eine Rendite von vier bis fünf Prozent bringen wird. Mehr als zehn Prozent des Portfolios würde ich aber nicht in Gold anlegen. Das ist höchstens für sehr risikoscheue Anleger zu empfehlen.

Welche Anlagemöglichkeiten in Gold gibt es für den Privatanleger?

Die risikoärmste Anlage sind physische Werte. Goldmünzen oder Goldbarren kann man in den Safe legen und warten, dass der Preis steigt. Allerdings sind hier die Kosten recht hoch. Riskanter sind Optionsscheine, mit denen man auf den künftigen Preis spekuliert. Eine ganz neue Alternative sind Gold-Zertifikate. Diese sind direkt an die Entwicklung am Londoner Goldmarkt geknüpft und zeitlich nicht befristet. Man kann also jederzeit bei einem guten Preis aussteigen.

Welche Risiken sind zu beachten?

Die größte Gefahr für den Goldpreis wäre es, wenn die Zentralbanken ihre Reserven auf den Markt werfen. Das ist aber nicht zu erwarten. Bis 2004 gilt eine Vereinbarung, in denen sie sich verpflichten, nur eine begrenzte Goldmenge pro Jahr auf den Markt zu bringen. Und auch über 2004 hinaus gilt: Die Zentralbanken haben kein Interesse, sich gegenseitig den Preis kaputt zu machen.

Lohnen sich Goldaktien?

Die Aktienkurse der Produzenten sind im letzten und in diesem Jahr schon stark gestiegen. Die Papiere einiger Minen wie Newmont oder Barrick haben aber sicher noch weiteres Wachstumspotenzial.

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