Wirtschaft : Goldene Regeln für die Analyse

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Wenn Anleger sich über ein Unternehmen informieren wollen, ist der aktuelle Geschäftsbericht immer noch die zentrale Informationsquelle. Vor dem Kauf einer Aktie empfiehlt es sich, auch einen Blick in die Zahlen zu werfen. Im Folgenden einige wichtige Tipps der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) zur Bilanzanalyse:

Ergebnis

Was ist bei der Geschäftstätigkeit unter dem Strich herausgekommen? Häufig wird auch der Ergebnisanteil je Aktie ausgewiesen. Ob die Geschäftsidee funktioniert, ist nicht zuletzt hier abzulesen und nicht am erzielten Umsatz. Bei enttäuschenden Zahlen sollte das Unternehmen eine plausible Begründung geben, etwa getätigte Investitionen und wann diese sich rentieren.

Außerordentliche Positionen

Hier sollte der Anleger besonders kritisch hinschauen. Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen sind häufig eine Schlüsselgröße. Diese sind im Anhang des Geschäftsberichts auch im Detail zu erläutern. Einmaleffekte wie der Verkauf von „Tafelsilber“ können auch das Ergebnis erhöhen. Vorsicht gilt auch bei auffälligen Abweichungen bei den Bilanzposten gegenüber der Vergangenheit. Sie können für ein notwendiges Nachbessern der Fehler in der Vergangenheit stehen.

Kurs-Gewinn-Verhältnis

Diese für Aktionäre sehr wichtige Kennzahl sagt etwas über das Preis-Leistungs-Verhältnis einer Aktie aus. Analysten arbeiten meist mit dem in der Zukunft erwarteten Gewinn. Denn an der Börse werden Erwartungen gehandelt. Je höher das KGV zu anderen Unternehmen der Branche, um so teurer ist die Aktie vergleichsweise bewertet.

Dividendenausschüttung

Beteiligt das Unternehmen seine Aktionäre am Gewinn? Wird nur eine geringe oder keine Dividende ausgeschüttet, sollte für den Anleger ersichtlich sein, dass das Geld in seinem Sinne für die Zukunft verwendet wird.

Finanzierung

Wie gut kann sich das Unternehmen aus eigenen Mitteln finanzieren? Bei börsennotierten Werten liegt der Eigenfinanzierungsgrad zwischen 20 und 50 Prozent. Je höher diese Zahl, um so größer ist das Sicherheitspolster, mit dem die AG eventuelle Verluste ausgleichen kann. Der Deckungsgrad besagt, wie viel langfristig gebundenes Vermögen auch langfristig finanziert ist. Das Verhältnis der Summe aus Eigenkapital und langfristigem Fremdkapital zum Anlagevermögen sollte größer oder gleich eins sein.

Eigenkapitalrendite

Sie zeigt, ob die AG rentabel mit dem Geld der Aktionäre arbeitet. Eine möglichst hohe Eigenkapitalrendite wirkt sich langfristig in der Regel an der Börse positiv aus. Sie eignet sich jedoch nur für den Vergleich von Unternehmen einer Branche. In manchen Branchen ist der Fremdkapitalanteil höher als in anderen. Hohe liquide Mittel wie Bankguthaben sind kein Zeichen von Ertragsstärke.

Rechnungslegungs-System

Welcher Variante folgt die Bilanz? US-GAAP und das europäische IAS verdrängen zunehmend das deutsche HGB. Wird die Bilanzierungsmethode gewechselt, so können sich die Bewertung und viele Kennzahlen ändern. Ein Vergleich mit der Vergangenheit ist dann nicht mehr möglich.

Weitere Tipps zum Anlegerschutz: www.dsw-info.de

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