Wirtschaft : Google soll unrechtmäßig Aktien verteilt haben

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New York – Noch vor ihrem für nächste Woche geplanten Börsengang hat die Internetfirma Google sich im Gestrüpp der USWertpapiervorschriften verheddert. Google teilte der Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) mit, dass die Firma zwischen 2001 und 2004 gut 23 Millionen Aktien und 5,6 Millionen Optionen an Arbeitnehmer und Berater ausgegeben habe, ohne sie bei den Behörden zu registrieren.

Nach eigenen Angaben könnte die versäumte Registrierung gegen Bundesgesetze und Vorschriften einzelner Staaten verstoßen haben. Es drohten Haftungsklagen in 19 Bundesstaaten und auf Bundesebene. Google will die Wertpapiere nun für knapp 26 Millionen Dollar einschließlich Zinsen zurückkaufen. Ob die möglicherweise illegale Aktion den Börsengang verzögert, ist unklar. Finanziell stellt der Rückkauf für Google kein Problem dar, hat das Unternehmen doch rund 550 Millionen Dollar in der Kasse. Größer sind die rechtlichen Risiken.

Google warnt, dass einige Aktienbesitzer das Unternehmen verklagen könnten. Google hat für seine 24,6 Millionen Aktien eine Preisspanne von 108 bis 135 Dollar pro Stück festgelegt. Die Gesamteinnahmen könnten sich auf 3,3 Milliarden Dollar belaufen. Für die „Altaktionäre“ von Google ist das Rückkaufangebot vermutlich wenig attraktiv, da die Offerte weit unter der Preisspanne für den Börsengang liegt. Sollte die Erstnotiz erfolgreich verlaufen, dürften die Betroffenen an ihren Aktien festhalten und damit besser fahren. Sollte die alten Aktien dann automatisch registriert und handelbar sein, könnten die zusätzlichen Aktien kräftig auf den Kurs drücken. tor/HB

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