Wirtschaft : Größte Bank Englands leidet unter der Krise in Asien

LONDON (tik/HB).Die Finanzkrise in Asien hinterläßt in der Jahresbilanz der Hong Kong Shanghai Banking Corp.deutliche Spuren.Um 19 Prozent auf 6,57 Mrd.Dollar ist der Gewinn der - gemessen am Vermögen - größten Bank Großbritanniens im Jahr 1998 eingebrochen.Verantwortlich für den krassen Rückgang ist eine Verdopplung der Risikorückstellungen, die die Bank für ihre hochriskanten Asienengagements vornehmen mußte.Mit mehr als 2,64 Mrd.Dollar sorgt die Bank für Ausfälle vor, doppelt so viel wie noch im Jahr 1997.Je Aktie verdiente HSBC nur noch 1,61 Pfund (2,06 Pfund im Vorjahr).Der Vorstand wird trotz der empfindlichen Ertragseinbuße eine Dividende von 93 Cents vorschlagen.

HSBC-Chef John Bond sieht vor allem in der weiterhin schwelenden Krise der Volkswirtschaften Asiens eine Herausforderung.Allein für den Schwerpunktmarkt Hongkong mußte die Risikovorsorge um 689 Mill.Dollar erhöht werden.Der Rest der neuen Rücklagen deckt vor allem die Risiken in den Krisenländern Thailand, Malaysia und Indonesien ab.Dabei hat sich nach Angaben der Bank das Risiko in Indonesien und Thailand im zweiten Halbjahr 1998 etwas abgeschwächt.Für Malaysia mußte dagegen deutlich mehr Vorsorge getroffen werden.In Hongkong machte sowohl die verschlechterte Kreditqualität als auch der zusammengebrochene Immobilienmarkt neue Rückstellungen nötig.Bond sagte, HSBC werde sich trotz allem in Asien nach Neuakquisitionen umsehen.So hat HSBC bereits mit der Regierung Südkoreas einen Vertrag geschlossen, der die Übernahme von 70 Prozent des Kapitals der Seoulbank für 700 Mill.Pfund vorsieht.

Die Bank will noch in diesem Jahr an der New York Stock Exchange gelistet werden.Bislang wird HSBC an den Börsen in London und Hongkong gehandelt.Gestern gaben die Titel, die als empfindlicher Asienindikator gelten, im Verlauf in einem leichteren Markt um 5,2 Prozent nach.

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