Wirtschaft : Große Namen am Golf

Tewe Pannier

Meine Geschäftspartnerin deutet auf die voll besetzte Bank im Flughafen Dubai. Dort sitzen eine Afrikanerin in bunter Nationaltracht, ein Pakistani in weißem Schlabbergewand, eine schlanker junger Mann in Jeans und T-Shirt und eine Araberin in schwarzem Ganzkörperschleier „Guck mal, Roger Federer!“, raunt sie hinter vorgehaltener Hand. Ich weiß gleich: Es ist der Junge in Jeans!

Roger Federer und David Beckham, Naomi Campbell und Bill Clinton – was haben die gemeinsam? Sie alle waren jüngst am Persischen Golf. Aus Neugierde, weil es immer schicker wird, oder einfach um Geld zu machen im Boom. Die Prominenten-Dichte in Arabien wächst mit dem Bruttosozialprodukt.

Clinton, so heißt es, kommt gut mit Dubais Scheich Maktoum zurecht, mittlerweile einer der reichsten Männer der Welt. Bill hilft wohl bei den Geschäften in den USA und so schaut er ab und zu vorbei. Naomi, das ewige Super-Modell, kam gut mit einem anderen Scheich zurecht. Jedenfalls bis ihr eines Abends das Essen auf seiner Yacht nicht schmeckte, sie deswegen die teuren Teller an die Schiffswand warf und den Koch bepöbelte. Seitdem war sie nicht mehr hier. Beckham (so das Gerücht) ließ sich eine Villa auf der Palme, der künstlichen Insel im Meer, schenken. Jetzt darf die Marketing-Abteilung verkünden: „Beckham hat eine Villa auf der Palme!“

Große Namen überall! Das Raunen und die vorgehaltene Hand auch von meinem Sitznachbarn bei einem Galadinner: „Guck mal da! Einer der reichsten Bauunternehmer der Region“, er zeigt auf einen Mann im Anzug zwei Tische weiter. „Das ist der Bruder von Osama bin Laden.“

Der Autor (45) betreibt eine Medienfirma in Dubai und lebt abwechselnd dort und in Berlin.

ein Geschäftsmann

aus Berlin, erzählt von Arabien

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