Gründerbarometer : Berlins Start-ups stellen ein

Die jungen Unternehmen der Stadt wollen auch 2013 neue Mitarbeiter einstellen und mehr investieren als noch im Jahr zuvor. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage. Sie soll ab jetzt jährlich Daten zur Gründerszene erheben.

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Die Berliner Gründerszene wird auch in diesem Jahr für mehr Arbeitsplätze in Berlin sorgen und noch stärker investieren. Zu diesem Ergebnis kommt das vom Verein Berliner Kaufleute und Industrieller (VBKI) und der Weberbank initiierte Gründerbarometer „StartinUp Berlin“. Demnach wollen 85 Prozent der befragten Start-ups neue Mitarbeiter einstellen. Zwei Drittel gelingt es dabei, auf dem regionalen Arbeitsmarkt ausreichend Personal zu rekrutieren. Mehr als die Hälfte der Start-ups wollen mehr investieren als im Vorjahr.

Keine Stadt in Deutschland scheint derzeit eine so lebendige Gründerszene vorzuweisen wie Berlin. Allerdings: Belastbare Zahlen dazu gibt es nur wenig. Das Gründerbarometer soll einen Beitrag leisten, das zu ändern. Es soll künftig einmal im Jahr erstellt werden. Dazu hat die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin einen Online-Fragebogen entwickelt. 357 Personen nahmen Ende 2012 an der Befragung teil, davon haben 177 sämtliche der mehr als 50 Fragen beantwortet. Der Begriff des Start-ups wurde dabei sehr weit gefasst, er umfasst Unternehmen, deren Gründung nicht länger als fünf Jahre zurückliegt.

„Das VBKI-Gründerbarometer belegt die Dynamik, die von der Gründerszene ausgeht“, sagte VBKI-Präsident Markus Voigt. „Nun geht es darum, den Trend zu verstetigen und die Gründer dabei zu unterstützen, ihr Wachstum zu finanzieren.“ Zwei Drittel der Teilnehmer an der Erhebung geben an, Finanzierungsbedarf zu haben. Die meisten starten mit einem Kapital zwischen 10 000 und 25 000 Euro, viele mit weniger. Zum weit überwiegenden Teil sind es Eigenmittel, die am Anfang eingesetzt werden. Wenn Fremdkapital eingesammelt wird, dann vorwiegend von privaten Investoren. Dabei zeigt die Erhebung auch: „Gründungen mit höherer Kapitalausstattung am Start erreichen schneller die Produktionsreife.“ Insgesamt nutzt nur ein kleiner Teil der Start-ups öffentliche Beratungs- und Hilfeleistungen. Dennoch kommt die Befragung zu dem Ergebnis: Die Gründer wünschen sich von der Politik mehr Förderung und weniger Bürokratie.

Befragt wurden die Gründer übrigens auch, welche Partei der Start-up-Szene besonders unterstützend zur Seite steht. 44,9 Prozent der Befragten wollten dazu keine Angaben machen. 18 Prozent nannten jedoch die FDP, die damit vor CDU (12,6 Prozent) und SPD (7,1 Prozent) an erster Stelle liegt.


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