Grundsteinlegung : Siemens testet Turbinen in Ludwigsfelde

Der Technologiekonzern investiert 66 Millionen Euro in einen neuen Forschungs- und Entwicklungsstandort.

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Gebaut in Moabit. Zwei Siemens-Mitarbeiter montieren Gasbrenner im Werk in der Huttenstraße. Künftig sollen die Gasturbinen noch effizienter werden. Die Arbeit daran findet ab Oktober 2014 in Ludwigsfelde statt.
Gebaut in Moabit. Zwei Siemens-Mitarbeiter montieren Gasbrenner im Werk in der Huttenstraße. Künftig sollen die Gasturbinen noch...Foto: Siemens

Berlin - Siemens hat am Freitag in Ludwigsfelde bei Berlin den Grundstein für ein neues Brenner-Testzentrum für Gasturbinen gelegt. 66 Millionen Euro investiert das Unternehmen nach eigenen Angaben in den neuen Forschungs- und Entwicklungsstandort. Ab Oktober 2014 sollen auf dem 36 000 Quadratmeter großen Gelände die Verbrennungsvorgänge in Gasturbinen untersucht werden. Ziel ist es, die Effizienz der Turbinen weiter zu steigern. Langfristig sollen in dem Testzentrum bis zu 25 Arbeitsplätze für hochqualifizierte Mitarbeiter entstehen.

„Mit unserer H-Klasse-Gasturbine sind wir bereits seit mehr als zwei Jahren Weltrekordhalter für den Wirkungsgrad in einem Gas- und Dampfturbinenkraftwerk. Doch um am Markt erfolgreich bestehen zu können, gilt es, Innovationen beständig voranzutreiben“, sagte Wolfgang Konrad, Leiter der Geschäftseinheit Gasturbinen. Im neuen Testzentrum soll noch intensiver an der Brennertechnik geforscht werden, denn der Verbrennungsvorgang entscheide maßgeblich über effizienten Brennstoffeinsatz und Wirkungsgrad und damit über Leistung und Umweltfreundlichkeit eines Kraftwerks.

Siemens wirbt damit, dass die kombinierten Gas- und Dampfturbinenkraftwerke eine besonders hohe Verfügbarkeit und Flexibilität bei niedrigen Emissionswerten haben. Sie eigneten sich daher besonders gut für den flexiblen Einsatz, wenn Wind- und Sonnenenergie gerade nicht zur Verfügung stehen. Derzeit verkauft Siemens in Deutschland jedoch so gut wie keine dieser Turbinen. Die Käufer kommen vielmehr aus Florida, SaudiArabien oder Südkorea. An seinem Standort Charlotte in den USA hat Siemens im November ein neues Gasturbinenwerk eröffnet, in Saudi-Arabien ist eines im Bau. Die Eröffnung des US-Werkes hat bereits dazu geführt, dass das Berliner Werk weniger zu tun hat. Im vorangegangenen Geschäftsjahr hatte das Moabiter Werk noch an der Kapazitätsgrenze gearbeitet. Rund 150 Arbeitsplätze sind bis Ende September abgebaut worden. 3500 Mitarbeiter beschäftigt Siemens derzeit noch am Standort in der Huttenstraße.

Hintergrund für den Bau einer eigenen Prüfeinrichtung in Ludwigsfelde ist, dass Siemens sich unabhängig von externen Testeinrichtungen machen will. Zudem könnten zusätzliche Prüfstandkapazitäten genutzt und Berührungspunkte mit Wettbewerbern ausgeschlossen werden. Das künftige Testzentrum gehört organisatorisch zum Standort in Moabit. Für den Bau im etwa 40 Kilometer entfernten Ludwigsfelde spreche vor allem die gute Infrastruktur, etwa die vorhandene Erdgaspipeline und Hochspannungsleitung, die eine ausreichende Brennstoff- und Stromversorgung sicherstellten.

Siemens hat nach eigenen Angaben in den letzten Jahren bereits 72 Millionen Euro in den Ausbau des Prüffeldes im Berliner Werk, in den Bau eines neuen Bohrwerks und in die Erweiterung der Schaufelfertigung investiert. Corinna Visser

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