Wirtschaft : Gruppengewinn legt um 10 Prozent zu - für 2000 ist ein zweistelliges Wachstum geplant

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Der Berliner Pharma-Konzern Schering hat in den ersten neun Monates des Jahres Umsatz und Gewinn kräftig gesteigert und will im kommenden Jahr stärker wachsen als bisher erwartet. Vorstandschef Guiseppe Vita sagte am Mittwoch, Schering werde seine "Powerstrategie" fortsetzen und vor allem in den USA und Japan expandieren. Den Aktionären machte er Hoffnung auf eine höhere Dividende: "Je mehr wir verdienen, desto mehr schütten wir an unsere Aktionäre aus." Zuletzt wurden 1,35 Euro je Aktie gezahlt.

Von Januar bis September verbuchte der Konzern ein Umsatzplus von neun Prozent auf 2,7 Milliarden Euro (5,3 Milliarden Mark). Der Gruppengewinn stieg um zehn Prozent auf 212 Millionen Euro. Im kommenden Jahr will Schering laut Finanzvorstand Klaus Pohle sowohl den Umsatz als auch das Ergebnis um rund 10 Prozent steigern. Als Umsatzziel für das Jahr 2005 habe man sich die Marke von 5,5 Milliarden Euro gesetzt. "Es läuft gut", sagte Pohle.

Einen Wachstumsschub erlebte das Unternehmen vor allem in Asien. "Wir haben in der Asienkriese durchgehalten, das zahlt sich jetzt aus", sagte Pohle. In Japan kletterten die Umsätze um 30 Prozent. Dort will Schering nach der Zulassung der Antibaby-Pille zusammen mit dem Partner Yamanouchi mehr als 30 Prozent des Gesamtmarktes für Verhütungsmittel gewinnen. Bis Ende des Jahres soll zudem das Therapeutika-Geschäft in einem Joint Venture oder mit einer Akquisition ausgebaut werden. Zulegen will der Berliner Konzern aber auch auf dem US-Markt. Etwas schwächer fiel in den ersten neun Monaten das Plus in Europa (acht Prozent) und im Inland (zwei Prozent) aus.

Besonders zufrieden zeigte sich Vita mit der Absatzentwicklung des Multiple-Sklerose-Präparats und Umsatzrenners Betaferon sowie den Verkaufszahlen für das Verhütungsmittel Mirena. Allein im Geschäftsbereich Fertilitätskontrolle und Hormontherapie erzielte Schering in neuen Monaten ein Umsatzwachstum von fünf Prozent auf 871 Millionen Euro. Vielversprechend entwickelte sich auch der Bereich Diagnostika, der 14 Prozent auf 749 Millionen Euro zulegte. Für den Ausbau der Radiopharmazeutika - das sind radioaktive Substanzen für Diagnose und Therapie von Erkrankungen - hat Schering das US-Unternehmen Diatide erworben. Nun hoffen die Berliner, Mitte Dezember den Zuschlag für die Übernahme des französischen Spezialunternehmens Oris/Cis zu erhalten.

Schering-Aktien kletterten am Mittwoch zur Kasse um 2,6 Prozent auf 118,70 Euro. Vita bezeichnete die Aktie als "deutlich unterbewertet". Zur Kurspflege hat der Konzern Ende 1998 ein Aktienrückkauf-Programm gestartet. Bis Ende 1999 sollen 2,4 Millionen Papiere im Wert von 481 Millionen Mark zurückgekauft werden. Vita sagte, Schering sei kein Übernahmekandidat. Dagegen sprächen die Spezialisierung der Produktpalette und kartellrechtliche Gründe.

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