Wirtschaft : Halbleiterindustrie: Schweinezyklus im High-Tech-Sektor

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Die Titanen der Halbleiterindustrie gerieten in den vergangenen Monaten ins Taumeln. Weltweit brach der Umsatz im Dezember und Januar um 31,5 Prozent ein, die Profitmargen schrumpfen, Stellen sollen abgebaut werden. Der Preisverfall bei Speicherchips und die Schwäche des Mobilfunkmarktes machen den Herstellern zu schaffen. Anfang März überraschte der weltweit größte Chiphersteller Intel mit einer Umsatzwarnung und dem Plan, 5000 Stellen abzubauen. "Wenn ich derzeit auf die weltweite Wirtschaft sehe, kann ich niemandem große Hoffnungen machen", sagte Intel-Chef Andy Bryant.

Intel ist keine Einzelfall. Die gesamte Branche befindet sich auf Talfahrt. Anleger erfahren jetzt in ihrer eigenen Geldbörse, wovor Branchenkenner schon immer warnten: Die Chipherstellung ist eine extrem zyklische Branche. In guten Zeiten geht es rasant bergauf, in schlechten aber auch atemberaubend schnell in den Keller. Die Fieberkurve der Halbleiterproduzenten ist die sogenannte Book-to-Bill-Ratio, die monatlich von der Interessenvertretung Semiconductor International veröffentlicht wird. Die Kurve zeigt, wie sich Auftragseingänge im Vergleich zu den ausgelieferten und in Rechnung gestellten Chips entwickeln. Steigt die Kurve, nehmen die Order schneller zu, als fertige Halbleiter ausgeliefert werden können. Die Branche befindet sich im Aufschwung - und umgekehrt, so wie im Moment. Noch ist kein Land in Sicht, nur die Deutschen zeigen sich zuversichtlich. Infineon rechnet mit einer Erholung des Markets für Speicherchips im zweiten Halbjahr.

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