Wirtschaft : Hannover-Messe: Thyssen-Krupp verhandelt mit Japanern

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Die Thyssen-Krupp Steel AG verhandelt mit den beiden japanischen Stahlunternehmen NKK und Kawasaki Steel über eine mögliche strategische Kooperation auf dem Weltmarkt. Auf der Hannover-Messe teilte das Unternehmen am Montag mit, man befinde sich mit den Firmen schon seit längerem im Status des "Gedankenaustausches" bei Feinblechen für die Automobilindustrie. Das Ziel sei es, Kunden - also international tätige Autohersteller - besser bedienen zu können und Synergien zu erschließen. Auch in den Geschäftsfeldern rostfreier Edelstahl, Elektroband, Weiß- und Grobblech plane man eine Zusammenarbeit. Von einer Fusion der Unternehmen oder einzelner Teile war jedoch ausdrücklich nicht die Rede.

Die weltweit noch immer stark zersplitterte Stahlindustrie bemüht sich in den vergangenen Monaten international verstärkt um strategische Bündnisse oder Fusionen, um der Marktmacht ihrer Großkunden - vor allem der großen Autokonzerne - mehr entgegensetzen zu können. NKK und Kawasaki Steel hatten erst vor kurzem ihre Fusion zu einem der drei größten Stahlkonzerne der Welt angekündigt. Thyssen-Krupp war zuletzt durch die geplante Fusion der europäischen Konkurrenten Usinor, Arbed und Aceralia zum weltgrößten Stahlkonzern unter Druck geraten und sucht weltweit nach Allianzen.

Der stellvertretende Thyssen-Krupp Steel-Chef Wolfgang Kohler gab in Hannover zudem eine Umsatzsteigerung um acht Prozent auf 6,5 Milliarden Euro in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2000/2001 bekannt. Der Auftragseingang sei aber um sieben Prozent auf einen Bestand von knapp 6,3 Milliarden Euro zurückgegangen. Schuld sei vor allem die schwache Marktentwicklung im vierten Quartal gewesen. Auf der Basis der vorhandenen Auftragsbestände habe die Rohstahlproduktion mit 8,9 Millionen Tonnen um ein Prozent über dem Vorjahr gelegen, sagte Kohler. Für das gesamte Jahr rechne er aber mit geringeren Gewinnen, wie er auf der Thyssen-Krupp-Hauptversammlung im März bereits angekündigt hatte. Der Grund: der anfänglich schwache Markt sowie die wegen des schwachen Euro gestiegenen Rohstoffkosten.

Weltweit dürfte die Weltstahlproduktion nach Einschätzung Kohlers im ersten Quartal 2001 auf dem Niveau des Vorjahres gelegen haben. Insgesamt werde der Verbrauch der stahlverarbeitenden Industrie im laufenden Jahr ein befriedigendes Niveau erreichen. Die deutsche Wirtschaftsvereinigung Stahl rechnet mit einer leichten Abschwächung der deutschen Produktion auf 45 Millionen Tonnen, hieß es in Hannover. Die Sparte Thyssen Krupp Stainless geht nach Angaben von Helmut G. Hadrys, Vize-Vorstandschef des Bereichs, optimistisch in den Rest des Geschäftsjahres. Weltweit erwarte er im laufenden Jahr einen leichten Anstieg der Produktion von rostfreiem Edelstahl auf über 19 Millionen Tonnen.

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