Wirtschaft : Hapag-Lloyd leidet unter der Schifffahrts-Flaute

Die Flaute im Welthandel verhagelt dem Hamburger Schifffahrts- und Logistik-Konzern Hapag-Lloyd in diesem Jahr das Ergebnis. "Wir sind zuversichtlich, dass wir ein vorzeigbares Resultat erreichen, aber es wird deutlich unter dem Vorjahr liegen", sagte Michael Behrendt, der Vorstandschef der Hapag-Lloyd AG, am Montag in Hamburg. Trotz der Konjunkturdelle sei der Vorstand für die Zukunft optimistisch, da Hapag-Lloyd in Wachstumsmärkten engagiert sei.

Wie andere Branchen wartet auch die Schifffahrt darauf, dass die Konjunktur in den USA anspringt und andere Volkswirtschaften mitzieht. Für den weltweiten Container-Linienverkehr erwartet Schifffahrt-Vorstand Günther Casjens in diesem Jahr wie im Vorjahr ein Wachstum von zwei Prozent; das ist deutlich weniger als der langjährige Durchschnitt von sechs Prozent. "Da fehlt erwartetes Marktwachstum und die Überkapazitäten nehmen zu", stellte Casjens fest. Die Preise für den Containertransport, die Frachtraten, seien deshalb stark gefallen. Das sei die Hauptursache für den Gewinnrückgang in diesem Jahr.

Wie in den Vorjahren werde die Preussag-Tochter auch in diesem Jahr stärker als der Markt wachsen und ihren Containertransport steigern, sagte Casjens. Die Containerfrachter sind gegenwärtig jedoch nicht ausgelastet. Hapag-Lloyd macht mehr als 60 Prozent des Umsatzes von zuletzt 3,9 Milliarden Euro mit dem Geschäftsfeld Schifffahrt, zu dem neben den Containerriesen auch die Kreuzfahrtschiffe mit der "Europa" an der Spitze gehören. Der Tourismus machte im vergangenen Jahr einen kleinen operativen Verlust, weil nach dem 11. September die Buchungen einbrachen. Schon in diesem Jahr soll das Ergebnis besser werden. Unter dem Strich blieb 2001 im Konzern ein Vorsteuer-Gewinn von 294 Millionen Euro und auch in diesem Jahr rechnet Behrendt mit einem dreistelligen Millionenbetrag.

Die börsennotierte Hapag-Lloyd AG wird nach der nächsten Hauptversammlung vom Kurszettel verschwinden. Die Preussag AG nutzt die neue gesetzliche Squeeze-Out-Regelung um die verbliebenen 0,4 Prozent freie Aktionäre zwangsweise auszuzahlen. Hapag-Lloyd wird dann eine 100-Prozent-Tochter des Hannoveraner Konzerns.

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