Harald Christ : Arbeitersohn und Millionär – der neue Chef der Weberbank

Ein 35-jähriger Sozialdemokrat soll sich bald um das Geld der wohlhabenden Berliner kümmern. Harald Christ wird ab 1. Oktober neuer Chef der traditionsreichen Weberbank.

Stefan Kaiser

BerlinEin 35-jähriger Sozialdemokrat soll sich bald um das Geld der wohlhabenden Berliner kümmern. Harald Christ wird ab 1. Oktober neuer Chef der traditionsreichen Weberbank, die mittlerweile zur WestLB gehört. Er löst damit Guido Mundt ab, der die Leitung des Asiengeschäfts bei der WestLB übernimmt. Seit Tagen war über den Wechsel spekuliert worden, am Freitag machte die WestLB es amtlich.

Anders als es das Vorurteil besagt, hat SPD-Mitglied Christ bewiesen, dass er mit Geld umgehen kann. Der Multimillionär ist Gesellschafter und vorerst auch noch Vorstandschef des Hamburger Finanzdienstleisters HCI Capital, der sich vor allem auf Schiff- und Immobilienfonds spezialisiert hat. Christ war 2002 zu dem Unternehmen gekommen und hat es 2005 erfolgreich an die Börse gebracht. Um seine privaten Finanzen muss er sich spätestens seitdem nicht mehr sorgen. Beim Börsengang strich er durch den Verkauf eines Aktienpaktes 40 Millionen Euro ein.

„Man darf nie vergessen, woher man kommt“, sagt Christ gerne. Er kommt aus dem Städtchen Gimbsheim bei Worms. Sein Vater war Arbeiter bei Opel in Rüsselsheim, die Mutter Hilfskraft in einer Sektkellerei. Umso steiler war sein Aufstieg. Nach einer Lehre als Industriekaufmann bei den Stadtwerken Worms wechselte er zum Finanzberater BHW. Bald wurde die Deutsche Bank auf ihn aufmerksam und holte ihn nach Frankfurt, wo er als Direktor für Private Banking das Geschäft mit den wohlhabende Kunden kennenlernte, was ihm bei seinem neuen Job bei der Weberbank zu Gute kommen soll.

Der Jungstar ist bekannt für seine ausgezeichneten Kontakte in Wirtschaft und Politik. Auch diesmal hat ihn sein Netzwerk vorangebracht: Die persönliche Bekanntschaft zwischen Christ und WestLB-Chef Thomas Fischer soll bei der Besetzung der Stelle eine entscheidende Rolle gespielt haben, heißt es in der Finanzszene.

Am kommenden Montag soll sich Christ bei den künftigen Mitarbeitern in Berlin vorstellen. Umziehen muss er übrigens nicht: Christ wohnt privat bereits seit Jahren in Berlin. Stefan Kaiser

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