Wirtschaft : Heftige Diskusssion über Rückkauf von Vorzugsaktien erwartet

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Das Thema Vorzugsaktien dürfte auch auf der Hauptversammlung der MAN AG, München, am heutigen Dienstag heftig diskutiert werden. Dafür sorgt schon der bekannte Würzburger Professor Ekkehard Wenger. In zwei Gegenanträgen fordert er, die Dividende ausfallen zu lassen und stattdessen die "total unterbewerteten" Vorzugsaktien zurückzukaufen, weil dem Privatanleger damit "wesentlich mehr geholfen wäre". Es ist damit zu rechnen, dass der zumindest von einem Teil der übrigen Aktionäre unterstützt wird.

Der MAN-Vorstand verweist allerdings darauf, dass ein Dividendenausfall gegen die Satzung verstoßen würde, die vorsieht, dass mindestens ein Gewinn von vier Prozent des Grundkapitals an die Aktionäre verteilt werden muss. Auch ein ausschließlicher Rückkauf von Vorzügen ist derzeit nicht möglich, weil gemäß einer Ermächtigung der Hauptversammlung aus dem vergangenen Jahr Stamm- und Vorzugsaktionäre bei einer Rückkaufaktion gleich zu behandeln sind. Die Ermächtigung läuft im Juni des kommenden Jahres aus.

Die Hauptversammlung im Dezember des kommenden Jahres könnte also eine neue Rückkaufsermächtigung ohne Gleichbehandlung beschließen. Problematisch dabei ist, dass die Vorzüge sehr niedrig notiert werden und der Kurs kaum schwankt. Mit derzeit knapp unter 20 Euro entspricht er nicht einmal zwei Dritteln des Kurses der Stammaktien.

MAN-Vorstandsvorsitzender Rupprecht hatte auf der letzten Hauptversammlung zugesagt, sich mit dem Thema zu beschäftigten. Das Münchener Unternehmen hat nach Angaben eines Sprechers inzwischen auch verschiedene Modelle geprüft. Es hätten aber nicht alle Probleme gelöst werden können, musste der Sprecher inzwischen einräumen. Als Vorbild für das Münchener Unternehmen könnte das Vorgehen der RWE AG dienen. Der Essener Konzern hat vor kurzem mit dem Rückkauf von Vorzügen begonnen, wobei der Rückkaufspreis bei 80 Prozent des Stammaktienkurses gedeckelt wurde. Allerdings entfallen bei dem Energiekonzern nur 15 Prozent der Aktien auf das Vorzugsaktienkapital. Bei MAN sind es immerhin 29 Prozent.

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