HEIK AFHELDT trifft … : Hans Szymanski

Vorstandssprecher

Hans Szymanski,
Hans Szymanski,

Ein wenig verrät die gesunde olivfarbene Haut des galanten Herrn mit den starken Augenbrauen seine portugiesische Mutter. In Faro ist er vor 48 Jahren geboren. Bis zur Nelkenrevolution 1974 haben sie dort gelebt, mit einem „katholischen Hintergrund, frei erzogen und wild aufgewachsen“. Schon sein deutscher Vater war ein „Abenteurer“ und hat das Angebot als Betriebsleiter im Süden Portugals gerne angenommen. Die Mutter stammt aus einer Korkeichen-Dynastie, ihr Vater war mal Oberbürgermeister von Faro.

Der Umzug ins Ruhrgebiet war dann ein arger Bruch. Sie wohnten nun in einem Hochhaus, Hans musste ohne ein Wort Deutsch zu sprechen ins Gymnasium. Eine „harte Zeit“. Das Abitur hat er gut gestemmt und nach dem Wehrdienst bei der Luftwaffe auf einem Stützpunkt in Portugal das Glück gehabt, Trainee bei dem Stahlhändler Klöckner & Co. zu werden. Nach zwei Jahren dort kam sein erster Einsatz als Revisor in Brasilien und danach in der „Kaderschmiede“ von Klöckner als Prüfungsleiter und Wirtschaftsprüfer in den unzähligen Tochterunternehmen weltweit. Dreiviertel der Zeit war er auf Achse.

Bei einem Fest in Bochum trifft er 1995 seine Frau. 1996 wird ihre Tochter geboren. Der junge Vater sehnt sich nach etwas anderem. Er wird Leiter des Controlling einer von Klöckner akquirierten Stahlhandelsgruppe in Madrid. 2000 geht es dann ins Allgäu zu Schneider Electronics. Danach folgten Stationen bei der Jenoptik-Tochter LOS und bei Dematic von Siemens. Seit Ende 2008 sitzt der erfahrene Umstrukturierer nun bei Francotyp-Postalia an der Spitze.

Gereizt hat ihn die Aufgabe, das Traditionsunternehmen mit einem Weltmarktanteil von zehn Prozent für die elektronische Zukunft aufzustellen. Der digitale Brief wird eine gewaltige Einsparung bringen. Von den jährlich 17 Milliarden Geschäftsbriefen in Deutschland werden heute 20 Prozent mit Frankiermaschinen „freigemacht“. Bei Schreiben der öffentlichen Hände schätzt die Bundesregierung das Einsparpotenzial auf neun Milliarden Euro jährlich. Da verwundert es nicht, dass 60 von den 350 Mitarbeitern in der Forschung und Entwicklung tätig sind. Die bleiben mit der Verwaltung in Birkenwerder, die Produktion wird nach Wittenberge verlagert. Dort sind die Lohnkosten entscheidend niedriger.

Heik Afheldt war Herausgeber des

Tagesspiegels.

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