Hintergrund : Nobelpreis für Wirtschaft höchst umstritten

Stockholm - Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaft wurde erst 1969 erstmals verliehen und geht nicht wie die anderen Nobelpreise auf das Testament des schwedischen Ingenieurs und Fabrikanten Alfred Nobel (1833-1896) zurück. Die Stockholmer Reichsbank stiftete die offiziell «Ehrenpreis zum Andenken an Alfred Nobel» genannte Auszeichnung 1968 zu ihrem 300. Gründungsjubiläum.

Seit den neunziger Jahren verlangen unter anderem Nobels Urenkel sowie die für die Vergabe des Literatur-Nobelpreises zuständige Schwedische Akademie die Abschaffung des Wirtschaftspreises. Sie begründen dies mit der Verletzung des Testamentes und einer daraus folgenden «Verwässerung» der klassischen Nobelpreise. Die Nobelstiftung hat mit Blick auf diese Kritik die Bekanntgabe des Preises seit zwei Jahren zeitlich von der Vergabe der Auszeichnungen für Frieden, Medizin, Chemie und Physik getrennt.

In der Öffentlichkeit wird heftig moniert, dass der Wirtschafts-Nobelpreis fast ausschließlich an männliche Wissenschaftler aus den USA vergeben wird. So gab es es seit der ersten Vergabe nicht einmal Preisträger, die in Asien, Afrika oder Lateinamerika ihren Arbeitsplatz hatten. Bis 2005 war keine einzige Frau unter den 55 Preisträgern, von denen 41 ihr Geld an einer US-Universität verdienten. (tso/dpa)

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