Wirtschaft : Hochtief wächst in Asien

Der Baukonzern glaubt aber an den deutschen Markt

Anselm Waldermann

Berlin - Nach einem hervorragenden Ergebnis im Auslandsgeschäft setzt der Baukonzern Hochtief wieder verstärkt auf Deutschland. Das sagte der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Hans-Peter Keitel, dem Tagesspiegel. „Der Auslandsanteil wird etwas zurück gehen, einfach deshalb, weil wir in Deutschland wieder wachsen und Geld verdienen.“ Derzeit erwirtschaftet Hochtief rund 80 Prozent seines Umsatzes im Ausland.

Im vergangenen Jahr steigerte Hochtief seinen Gewinn um mehr als zwei Drittel auf rund 300 Millionen Euro. Als Grund nannte der Essener Konzern sein florierendes Auslandsgeschäft. Über die australische Tochter Leighton ist Hochtief vor allem im asiatisch-pazifischen Raum aktiv. Die Hochtief-Aktie reagierte auf die Zahlen mit einem kurzzeitigen Plus von 4,2 Prozent. Am Mittwochnachmittag notierte sie bei 44,24 Euro.

In Zukunft soll nun aber auch der deutsche Markt eine größere Rolle spielen. Die größten Chancen sieht Keitel hier bei Konzessionen für öffentlich-private Partnerschaften (public private partnership), so genannten PPP-Projekten. „Wir wollen im PPP-Markt weiter oben mitspielen und werden dafür unsere Finanzmittel gezielt einsetzen.“

Größere Zukäufe plant Hochtief indes nicht, allerdings könnte es Keitel zufolge Erweiterungen im Dienstleistungsgeschäft des Konzerns geben. „Hier werden wir sicherlich weiter arrondieren.“ Dies gelte zum Beispiel für den Bereich Facility-Management. Dazu zählt der gesamte Betrieb von Gebäuden. „Das eine oder andere könnte noch kommen – vorzugsweise im Inland oder im benachbarten Ausland“, sagte Keitel.

Auch Ausschreibungen für den geplanten Berliner Großflughafen BBI will Hochtief im Auge behalten. „Wir sind bereit“, sagte Keitel. Eine Privatisierung des BBI sieht er dagegen im Moment nicht. Vor drei Jahren hatte Hochtief vergeblich versucht, als Privatinvestor beim Berliner Großflughafen einzusteigen. „Sollte eines Tages eine Privatisierung wieder anstehen, dann müsste man sich das völlig neu anschauen“, erklärte Keitel.

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