Wirtschaft : Holzmann: Chronik des Untergangs

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1997: Die ersten Zeichen des Niedergangs: Der damalige Vorstandsvorsitzende Lothar Meyer macht seinen Platz für Heinrich Binder frei und hinterlässt 1,64 Milliarden Euro Schulden.

25. 10. 1999: Holzmann feiert 150igsten Geburtstag. Firmenchef Heinrich Binder erklärt verdutzten Zuhörern in der Alten Oper Frankfurt, die Vergangenheit des Konzerns belaste die Zukunft schwerer als angenommen.

15. 11. 1999: Binder gibt eine Überschuldung "aus bisher unentdeckten Altlasten" in Höhe von 2,4 Milliarden Mark bekannt.

23.11.1999: Verhandlungen mit den Banken über neues Geld scheitern. Holzmann stellt den Insolvenzantrag.

24. 11. 1999: Kanzler Schröder ist Retter in der Not: unter seinem Druck einigt man sich. Er schnürt ein Rettungspaket von insgeamt 2,2 Milliarden Euro, dazu gehören 130 Millionen vom Bund sowie Übergangskredite von den Banken in Höhe von 520 Millionen Euro.

14. 12. 1999: Konrad Hinrichs übernimmt den Chefsessel von Heinrich Binder. Er sagt schon für 2000 einen bescheidenen operativen Gewinn voraus.

3. 5. 2001: Holzmann gibt bekannt, im Jahr 2000 ganze 76 Millionen Euro Verluste gemacht zu haben.

19.8.2001: Hinrichs kündigt den Abbau von 500 bis 700 Stellen an, wegen der schwachen Baukonjunktur werde Holzmann auch 2001 Verluste machen.

7. 3.2002: Presseberichten zufolge hat Holzmann 2001 deutlich höhere Verluste gemacht als geplant. Genannt wird eine Summe von 200 Millionen Euro.

8. 3. 2002: Die Gläubigerbanken lehnen das Rettungskonzept der Deutschen Bank ab, die Vorschläge sollen "nachgebessert" werden.

11.3.2002: Der Verlust wird in Zeitungsberichten auf 237 Milllionen Euro beziffert.

20.3.2002: Dresdner, Commerzbank und HypoVereinsbank lehnen den Rettungsplan endgültig ab. Die Deutsche Bank will sich weiter einsetzen.

21. 3. 2002: Holzmann wendet sich mit einem letzten Appell an die Gläubigerbanken - ohne Erfolg. Das Unternehmen meldet Insolvenz an.

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