Wirtschaft : Holzmann streicht 3000 Stellen

Baukonzern wird völlig umgekrempelt / Bauleistung sinkt FRANKFURT (oe).Nach den erneut hohen Verlusten im vergangenen Jahr wird der Baukonzern Philipp Holzmann nun vollständig umgekrempelt."Vor allem wollen wir jetzt dem Ertrag den Vorrang vor Umsatzwachstum geben", sagte der seit September 1997 amtierende Vorstandsvorsitzende Heinrich Binder bei der Vorlage der ersten Ergebnisse für das vergangene Jahr.Die zum Teil erheblichen Ertragsprobleme von Holzmann seien nicht nur der Krise am Bau anzulasten."Vielmehr treten nun die Folgen einer allzu ehrgeizigen und unbedachten Expansionspolitik Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre zutage", sagte Binder.Der alte Vorstand habe zuviel Gewicht auf Expansion gelegt und dabei die Effizienz vernachlässigt.Dies will Binder jetzt durch ein umfassendes Maßnahmenprogramm grundlegend ändern.So wolle man künftig vor allem den Kunden in den Mittelpunkt der Bemühungen stellen - hier habe Holzmann einiges aufzuholen.Zudem wolle man sich auf die "Kernkompetenzen" beschränken und sich von solchen Geschäften trennen, die keinen Ertrag bringen.Das gilt besonders für die Tochtergesellschaften in Frankreich und Thailand, die Binder in diesem Jahr "abwickeln" will.Doch auch die gesamte Konzernstruktur soll neu geformt werden. Nach Abschluß der "ersten Phase" in drei Jahren soll Holzmann eine Umsatzrendite von rund drei Prozent vor Steuern erwirtschaften, die jeweils zur Hälfte im In- und im Ausland verdient wird.Zuerst einmal muß aber noch einmal für 1997 ein hoher Verlust von rund 800 Mill.DM verkraftet werden.Der rein operative Verlust sei dabei mit etwa 240 bis 250 Mill.DM etwas geringer ausgefallen als 1996, sagte Binder.Gut 100 Mill.DM hat Holzmann noch für Sozialpläne zurückgestellt, die vor allem für den Abbau von weiteren rund 3000 Arbeitsplätzen im Inland vorgesehen sind.

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