Wirtschaft : Holzmann: Wie der Baukonzern wieder Tritt fassen will

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Der Schock saß tief: Mitte November vergangenen Jahres schrammte die Philipp Holzmann AG, Deutschlands zweitgrößter Baukonzern, wegen "unvorhergesehener Belastungen" von 2,4 Milliarden Mark nur knapp an der Insolvenz vorbei. Das Minus wurde später auf 2,7 Milliarden nach oben korrigiert. Vor allem das Projektgeschäft wurde dem Konzern zum Verhängnis. Die Eckpunkte des Sanierungsprogramms

Schlankere Strukturen: Rund die Hälfte der gut 600 Tochtergesellschaften und Beteiligungen werden verkauft. Die Zahl der Niederlassungen im Inland wird von 40 auf 17 verringert. Ein neues Risikomanagementsystem wird aufgebaut.

Stellenabbau: 3800 der rund 16 000 Arbeitsplätze im Inland werden gestrichen - zur Hälfte durch den Verkauf der Beteiligungen. Im Rahmen eines Sozialplans bietet Holzmann des Wechsel in eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft an.

Finanzhilfen: Zum 4,4 Milliarden Mark teuren Sanierungspaket steuern die Gläubigerbanken etwa 1,3 Milliarden durch einen - vorübergehenden - Forderungsverzicht, zwei Milliarden durch eine Kapitalerhöhung und eine Milliarde als Konsortialkredit bei. Die Bundesregierung sagte 250 Millionen Mark, davon 150 Millionen als Darlehen, den Rest als Bürgschaft, zu. Die Genehmigung durch die EU-Kommission steht noch aus. Die Belegschaft leistet seit Februar 18 Monate lang fünf Überstunden wöchentlich. Diese sollen ab Mitte 2002 ausgeglichen werden. Der Baugewerbeverband sieht darin eine Wettbewerbsverzerrung, eine formelle Klage steht aber noch aus.

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