HSBC : 17 Milliarden Euro Gewinn

Henrik Mortsiefer

Schlechte Nachrichten können in der Krise einen positiven Klang bekommen. Die britische Großbank HSBC streicht auf der Insel 1600 von 58 000 Stellen, im dritten Quartal musste das Institut Wertberichtigungen von umgerechnet fast vier Milliarden Euro vornehmen – und trotzdem gilt die Bank als einer der Gewinner in der Finanzkrise. Der Grund: HSBC konnte die Verwerfungen auf dem Finanzmarkt in anderen Geschäftsfeldern und Regionen der Welt auffangen. So wurden milliardenschwere Verluste im US-Geschäft durch höhere Gewinne in Asien wettgemacht, wo die Bank traditionell stark vertreten ist. Insgesamt verdiente HSBC im dritten Quartal 2008 sogar mehr als im Vorjahreszeitraum.

HSBC ist in den vergangenen Jahren zur größten Bank Europas aufgestiegen. Die Dimension des 1865 als „Hongkong and Shanghai Banking Corporation“ gegründeten Bankhauses ist beeindruckend: Die Bilanzsumme beträgt 2,35 Billionen Dollar, 2007 machte HSBC mit 10 000 Filialen in 84 Ländern 24,2 Milliarden Dollar Gewinn.

Während andere britische Banken – wie etwa die Royal Bank of Scotland (RBS) oder Lloyds TSB – staatliches Rettungskapital in Anspruch nehmen mussten, kommt HSBC ohne Hilfe aus. An der Börse wird das Institut dafür mit einem vergleichsweise moderaten Kursabschlag belohnt. Die Aktie hat in zwölf Krisenmonaten nur gut 15 Prozent verloren. Zum Vergleich: der RBS-Kurs ist im gleichen Zeitraum um mehr als 85 Prozent eingebrochen. Experten gehen davon aus, dass HSBC in diesem Jahr von allen Banken weltweit einen der größten Gewinne einfahren wird: 21,7 Milliarden Dollar (rund 17 Milliarden Euro) vor Steuern.

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