Wirtschaft : Hugo Boss AG: Konzern will mit Damenmode an die Weltspitze

Die Hugo Boss AG will mit dem Damengeschäft an die Weltspitze vorrücken. "Unser Ziel ist es, Hugo Boss aus eigener Kraft zum international führenden Modeunternehmen zu formen", sagte Vorstandschef Werner Baldessarini am Montag in Metzingen. Die Ende 2000 an den Start gegangene Damenmode werde im laufenden Jahr die Umsatzerwartungen übertreffen. Nach den Rekordwerten beim Umsatz und Gewinn im Vorjahr sei für 2001 ein erneut prozentual zweistelliges Wachstum geplant. Durch höhere Sachkosten und eine Sonderdividende werde der Gewinn aber verhaltener wachsen als im Vorjahr. Im Zuge des geplanten Aktiensplitts will Boss das Grundkapital verdoppeln.

Der Modekonzern wolle durch den mit der Kernmarke Hugo Boss gelungenen Einstieg in das Damengeschäft zum globalen Spitzenreiter aufsteigen, kündigte Baldessarini an. Das Unternehmen wolle mit seinen drei Marken Hugo Boss, Hugo und Baldessarini aus eigener Kraft wachsen. Bei der im Dezember gestarteten Damenlinie "Boss Woman" liege der Konzern im Plan, sagte Baldessarini. Der in Mailand ansässige Bereich habe im vergangenen Jahr 21,1 Millionen Mark umgesetzt und werde 2001 voraussichtlich 110 Millionen Mark erlösen - zehn Millionen mehr als geplant. Im kommenden Jahr solle die Gewinnschwelle erreicht werden. Der Umsatz werde dann bei rund 160 Millionen Mark liegen, bis 2005 solle er auf 300 Millionen Mark wachsen. Nach früheren Angaben will Boss langfristig über die Hälfte des Umsatzes mit Damenmode erwirtschaften.

Der Konzernumsatz solle in diesem Jahr um 16 Prozent auf 2,1 Milliarden Mark klettern, führte Baldessarini aus. Dabei werde das Geschäft in Deutschland und Europa prozentual einstellig wachsen, in Nordamerika und den übrigen Regionen seien zweistellige Zuwächse geplant. Beim Jahresüberschuss werde nach dem Rekordwachstum im Vorjahr mit einem langsameren Plus von 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gerechnet. Baldessarini begründete das verhaltenere Ertragsplus mit höheren Personalkosten, dem Kapazitätsausbau und mit einem niedrigeren Finanzergebnis. Im Jahr 2000 hatte Boss bei einen Umsatz von 1,806 Milliarden Mark einen bereinigten Jahresüberschuss von 194 Millionen Mark erzielt. Das sind 75 Prozent mehr als im Vorjahr.

Nach dem kräftigen Sprung im Jahr 2000 werde die Umsatzrendite nach Steuern in diesem Jahr wohl nicht weiter steigen, sagte Finanzvorstand Jörg-Viggo Müller. Er rechne künftig mit "um die zehn Prozent". Der im M-Dax gelistete Konzern kündigte an, im Rahmen eines Aktiensplitts von eins zu zehn das Grundkapital durch eine Kapitalerhöhung auf 70,4 Millionen Euro zu verdoppeln. Dazu würden Gratisaktien ausgegeben.

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