Wirtschaft : Hypo-Vereinsbank will vorerst allein bleiben

Kapitalerhöhung erfolgreich abgeschlossen

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München (nad/dpa). Gestärkt durch ihre milliardenschwere Kapitalerhöhung, will die HypoVereinsbank erst einmal eigenständig bleiben. Die Kapitalerhöhung sei mit dem erstmaligen Handel der neuen Aktien erfolgreich abgeschlossen worden, teilte die Bank am Dienstag mit. Vorstandschef Dieter Rampl sagte der „Süddeutschen Zeitung“, das zweitgrößte deutsche Kreditinstitut wolle in jedem Fall zunächst einmal alleine weiter machen und sich auf die Steigerung der Erträge konzentrieren.

Im Rahmen der drei Milliarden Euro schweren Kapitalerhöhung konnte die HVB die neuen Aktien fast komplett verkaufen. „Die Platzierung stieß auf hohe Nachfrage, gerade ausländische Investoren zeigen besonders reges Interesse“, hieß es. Der Kurs der HVB-Aktie gab am Dienstag im Handelsverlauf um 2,13 Prozent auf 16,55 Euro nach. Insgesamt hatte die HVB 214 Millionen neue Aktien für 14 Euro pro Stück ausgegeben. Das Bezugsverhältnis betrug zwei neue für fünf alte Aktien. Also kamen insgesamt drei Milliarden Euro zusammen. Der größte Aktionär der HVB, die Münchener Rück, beteiligte sich im Rahmen der Konzern-Entflechtung nicht an der Kapitalerhöhung. Ihr Anteil sank somit von mehr als 25 auf 18,4 Prozent. Auch die HVB hatte ihre Münchener-Rück-Anteile zuletzt auf unter zehn Prozent reduziert und will die Beteiligung an dem Rückversicherer weiter abbauen.

Vorstandschef Dieter Rampl sagte in dem Zeitungsinterview, die Resonanz auf die Kapitalerhöhung sei „erfreulich“ gewesen. Rampl kündigte an, er wolle das Geld – neben notwendigen Wertberichtigungen – zur weiteren Stärkung der Kapitalbasis der Bank einsetzen und damit die Grundlage für künftiges Wachstum schaffen. In diesem Jahr soll die HVB das Betriebsergebnis von 600 Millionen auf 1,4 bis 1,7 Milliarden Euro steigern.

Vor einem Jahr hatte die wichtige Kernkapitalquote nur bei 5,1 Prozent gelegen; die HVB hatte das Jahr 2002 mit dem ersten Verlust in der Firmengeschichte abgeschlossen. Mit Hilfe eines eisernen Sparkurses hievte Rampl die Kernkapitalquote bis zum Jahresende 2003 auf 6,8 Prozent. Er verkaufte zahlreiche Beteiligungen (Brau und Brunnen, Norisbank, Bank von Ernst), platzierte einen Teil der Tochter Bank Austria an der Börse und spaltete das Geschäft mit der gewerblichen Immobilien-Finanzierung ab. Rampl sagte, sein Institut wolle sich noch stärker als Bank für Privat- und Firmenkunden in Deutschland, Österreich und Osteuropa positionieren und beweisen, dass die HVB auch alleine Geld verdienen könne. Damit erteilte er einer Fusion mit der Commerzbank eine Absage. Rampl räumte aber ein, dass die HVB im Falle einer Konsolidierung der Branche eine „aktive Rolle“ spielen wolle.

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