Wirtschaft : Ideal steigert Gewinn

Berliner Versicherer übertrifft Erwartungen.

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Berlin - Rainer Jacobus ist zufrieden. Über 44 800 neue Verträge für Lebensversicherungen haben Verbraucher im vergangenen Jahr bei seinem Institut, der Berliner Ideal Versicherungsgruppe, abgeschlossen. Während in der gesamten Branche die Zahl der Neuverträge deutlich zurückgegangen ist, kann der Seniorenversicherer ein Plus von 1,7 Prozent vorweisen. Auch sind die Policen im vergangenen Jahr üppiger ausgefallen als noch 2011. Die Versicherungssumme im Neugeschäft kletterte von 1,3 auf 2,5 Milliarden Euro. Das spiegelt sich auch im Geschäftsergebnis wider. Es legte von 11,7 auf 27,5 Millionen Euro zu. „Das ist deutlich mehr, als wir geplant haben“, sagte Jacobus.

Den Großteil seiner Gelder investiert der Berliner Seniorenversicherer traditionell in festverzinsliche Anlagen, zum Beispiel in Anleihen von Staaten und Unternehmen. Auch in Krisenländern ist der Versicherer noch immer engagiert – vor allem in spanischen Staatsanleihen und italienischen Pfandbriefen. Von den 1,3 Milliarden Euro steckten etwa 192,6 Millionen in Papieren aus Irland, Italien und Spanien. „In Griechenland und Zypern haben wir nichts mehr“, sagte Jacobus. Die Papiere dieser beiden Krisenstaaten habe die Gruppe zu Beginn des vergangenen Jahres komplett verkauft.

Mit ihren Schaden- und Unfallversicherungen verdiente Ideal im vergangenen Jahr deutlich weniger. Der Jahresüberschuss sank um 86 Prozent auf 99 200 Euro. „Wir haben eine eigene Schadenabteilung aufgebaut“, sagte Jacobus. Das habe Zusatzkosten verursacht. Bislang habe ein externer Dienstleister die Versicherungsschäden für die Berliner abgewickelt.

Positive Impulse verspricht sich Jacobus von der Rheinisch-Westfälischen Sterbekasse, die sein Haus 2012 übernommen hat. Dabei profitiert die Ideal vor allem dadurch, dass die Sterbekasse eine Vertriebskooperation mit der Axa hat. Der Versicherungskonzern werde künftig ausschließlich die Sterbegeldversicherung aus dem Berliner Haus vertreiben, sagte Jacobus. Carla Neuhaus

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