Wirtschaft : Ifo-Institut erwartet mehr Wachstum

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Berlin/Mannheim Einen kräftigen Aufschwung wird es in Deutschland zwar vorerst nicht geben, dennoch macht sich wieder vorsichtiger Optimismus breit. Darauf deuten aktuelle Konjunktureinschätzungen von Analysten und Volkswirten hin. So erhöhte das Münchner Ifo-Institut am Dienstag die Prognose für Deutschland für dieses und das kommende Jahr um 0,2 Prozentpunkte auf jeweils 1,7 Prozent. Auch das zuletzt stark gefallene Konjunkturbarometer des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) stieg im Juni um einen Punkt auf 47,4 Punkte, wie das Institut am Dienstag mitteilte.

Die Volkswirte hatten mehr erwartet. „Das Ergebnis ist enttäuschend“, kommentierte ZEW-Präsident Wolfgang Franz die am Finanzmarkt stark beachtete Einschätzung von mehr als 300 institutionellen Anlegern und Analysten. „Die Hoffnungen auf einen deutlichen Anstieg haben sich nicht erfüllt, obwohl einige realwirtschaftliche Daten in Richtung einer konjunkturellen Erholung deuten.“

Der Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn sagte bei der Vorstellung der neuen Zahlen, Deutschland befinde sich weiterhin im „langen Schlepptau“ des weltweiten konjunkturellen Trends. Gegenwärtig kämen jedoch zu viele strukturelle Probleme zusammen, um im gleichen Ausmaß wie andere Länder an der weltwirtschaftlichen Erholung teilzunehmen.

Bert Rürup, Mitglied des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, bekräftigte am Dienstag die Wachstumsprognose des Gremiums für Deutschland im laufenden Jahr in Höhe von 1,6 Prozent. „Das gesamtwirtschaftliche Umfeld hat sich aufgehellt“, sagte Rürup.

Die Entwicklung im Osten Deutschlands verläuft etwas langsamer als im Westen. Das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) erwartet in diesem und im kommenden Jahr ein Wirtschaftswachstum von jeweils 1,5 Prozent für Ostdeutschland. Für das kommende Jahr bestehe jedoch die Chance, dass der Osten im Wachstumstempo mit den alten Bundesländern gleichziehe, sagte IWH-Konjunkturexperte Udo Ludwig.

Das ZEW-Konjunkturbarometer war im Mai auf den tiefsten Stand seit Juli 2003 gefallen. Positiv schlugen in diesem Monat die kräftige Außennachfrage, der starke deutsche Auftragseingang und die Beruhigung auf dem Ölmarkt zu Buche. Allerdings wirke der hohe Ölpreis den Angaben zufolge belastend. Tsp

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