Wirtschaft : Ifo-Institut: Wende am Arbeitsmarkt nur im Westen möglich

MÜNCHEN (tmh).Das Münchner Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung hält im laufenden Jahr entgegen früherer Prognosen nun doch einen Abbau der Arbeitslosigkeit für möglich.Ende 1998 dürfte die Zahl der Arbeitslosen in ganz Deutschland um 300 000 niedriger sein als ein Jahr zuvor und noch knapp über vier Millionen Personen betragen, schätzte Ifo-Präsident Karl Heinrich Oppenländer in München bei der Jahrestagung des Instituts.Der Rückgang entfalle zu zwei Dritteln auf den Westen und zu einem Drittel auf den Osten Deutschlands.Bis Ende 1999 könne es im Westen nochmals 180 000 Arbeitslose weniger geben, während deren Zahl im Osten nächstes Jahr wohl stagniere.Zuletzt hatten die Ifo-Forscher 1998 mit einem Anstieg der Arbeitslosenzahl in ganz Deutschland von 4,39 auf 4,45 Millionen Menschen gerechnet, dabei aber mit durchschnittlichen Jahreswerten kalkuliert.Während die Arbeitslosenzahl bis Ende 1999 laut Ifo unter vier Millionen Menschen sinkt, werde sie im Jahresdurchschnitt noch darüber liegen.Die Arbeitslosenquote gehe damit 1999 auf knapp unter elf Prozent zurück.Die Wende am Arbeitsmarkt sei nur in Westdeutschland geschafft, betonte der Ifo-Präsident.Im Osten sei diese noch nicht in Sicht.Das derzeitige Sinken der dortigen Arbeitslosigkeit gehe ausschließlich auf arbeitsmarktpolitische Maßnahmen und nicht auf wirtschaftlichen Aufschwung zurück.Die Lohnanpassung an den Westen müsse ausgesetzt werden.Zum Besseren korrigiert haben die Ifo-Forscher auch ihre Prognosen für die Inflationsrate.Im laufenden Jahr werde der Preisanstieg 1,3 Prozent und 1999 rund 1,5 Prozent betragen.Vor einem halben Jahr waren für 1998 noch 2,2 Prozent prophezeit worden.Für die gesamtwirtschaftliche Produktion des laufenden Jahres sagen die Forscher unverändert einen Zuwachs von 2,6 Prozent voraus.Die Asienkrise bilde allerdings ein großes Prognoserisiko, räumte Oppenländer ein.

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