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IG-Metall-Chef zur Griechenlandkrise : "Wieder sollen die Steuerzahler und nicht die Banken zahlen"

Berthold Huber sieht die Krise Griechenlands und der Europäischen Währungsunion als ein Ergebnis von Finanzspekulation, bei der die Steuerzahler anstelle der Banken die Zeche zahlen sollen.

"Im Falle Griechenlands sehen wir wieder die dramatischen Folgen von Finanzkrise und Spekulation, die ja ungehemmt weitergeht. Und schon wieder sollen die Steuerzahler anstelle der Banken die Zeche zahlen", sagte Huber dem Tagesspiegel (Freitagausgabe). Gleichzeitig äußerte sich Huber besorgt auch über das deutsche Defizit. Die aktuell positiven Arbeitslosenzahlen kaschierten nur die Krise. Huber sprach von einer "relativen Ruhe, die wir mit enormen Haushaltsdefiziten erkaufen. Diese Defizite werden uns in den kommenden Jahren noch schwer belasten. Und wenn wir weitermachen wie bisher, dann kommt die nächste Krise so sicher wie das Amen in der Kirche. Aber dann haben die Staaten keine Mittel mehr, um zu helfen."

Der IG-Metall-Vorsitzende plädierte in dem Zusammenhang für eine Zerschlagung großer, systemischer Banken, "die aufgrund ihrer schieren Größe alles machen können, zum Beispiel Gemeinwesen erpressen, verantwortungslos spekulieren und dann am Ende die Allgemeinheit dafür geradestehen lassen. Eine demokratische Gesellschaft kann das nicht akzeptieren." Die Deutsche Bank kritisierte der Metaller scharf wegen ihrer Renditepolitik. "Selbst in der Krise wird eine Eigenkapitalrendite von 25 Prozent angestrebt. Dazu kann ich nur sagen: Entweder hat man ein Monopol oder man agiert wie ein Hasardeur, anders sind solche Renditen kaum möglich", sagte Huber dem Tagesspiegel. (Tsp)

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