Wirtschaft : In Belgien stützt die Währung den Export

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Relativ gelassen haben die traditionell stark exportorientierten Benelux-Staaten auf die scheinbar unaufhaltsame Talfahrt des Euro reagiert. Nur bei wenigen Blättern rutschte der neuerliche Tiefstand der Europawährung in die Schlagzeilen der Titelseiten. Zum einen ist vor allem in Belgien die Bindung zum heimischen Franken weit weniger emotional als im Nachbarland die Sehnsucht nach der einst so starken Mark. Zum anderen hat der niedrige Eurokurs sowohl den Niederlanden als auch Belgien kräftige angezogene Exportziffern und Wachstumsraten beschert. Das niederländische Büro für Statistik (CBS) meldete in diesen Tagen einen "ungekannten Anstieg" des Außenhandels: Begünstigt durch den schwachen Euro stieg der Export in die USA im Februar gar um 48 Prozent. Das "NRC-Handelsblad" berichtet auf seiner ersten Seite zwar über die "Angstgefühle", die der Eurokurs-Fall im benachbarten Deutschland auslöse. Selbst kommentiert die Zeitung den "weichen Euro" jedoch eher nüchtern: "Die Erkenntnis, dass der Euro ein gemeinschaftliches Gut ist, lebt vielleicht bei den Zentralbanken, aber sonst kaum." So gut wie keine Reaktionen auf den Euro-Tiefflug sind in Belgien zu vernehmen, das sich trotz einer turmhohen Schuldenlast in den Club der Euro-Staaten einzureihen verstand: Satte Wachstumraten und ein ganzes Jahr ohne Skandale lassen im Mutterland der EU-Institutionen die Ängste vor einem schwachen Euro nahezu verstummen.

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